Hamburg

Anjes Tjarks dankt der AfD: Was war denn da los?!

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) steht mit verschränkten Armen vor einer Wand und lächelt in die Kamera.
Sonst nicht gerade als Freund von AfD-Anfragen bekannt: Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne)

Der grüne Verkehrssenator ist von sich selbst überrascht – hat aber gute Gründe für die ungewöhnlichen Dankesworte.

„Jetzt mache ich etwas, von dem ich nie zuvor in meinem Leben gedacht hätte, dass ich das mal tun muss“, sagt Tjarks – und bedankt sich bei der AfD.

In einem Video, das der Verkehrssenator auf Instagram geteilt hat, spricht er über verbotene Kennzeichen. Die Anfrage, auf die er sich bezieht, stammt von Dirk Nockemann, Landesvorsitzender der AfD Hamburg. 

Anjes Tjarks bedankt sich auf Instagram bei der AfD

In der Anfrage listet Nockemann 22 Kennzeicheninhalte auf und fragt, ob diese verboten seien. Darunter etwa die Abkürzung JN, die für „Junge Nationalisten“ stehen könnte, oder WP für „White Power“. Der Senat antwortet: „In Hamburg ist die Zuteilung der Kennzeichen mit den Buchstabenkombinationen SS, KZ, SA, SD, NS, HJ und IS nicht möglich. Weiterhin ist die Zuteilung der Kennzeichenkombinationen HH-AH 1888, HH-HH 33 und HH-HH 1933 nicht möglich.“

Anjes Tjarks bedankt sich nun auf Instagram für die Anfrage, da dank ihr in Zukunft mehr Kennzeichen gesperrt werden könnten: zum Beispiel HH-BH-1933 oder HH-SH-8818. „Wir wollen, dass diese Autos mit Szenecodes nicht durch Hamburg fahren.“

Weiter sagt Tjarks: „Extremistische oder rechte Chiffren gehören einfach nicht auf Autos. Hamburg steht gegen Rechts, für eine freie, offene und tolerante Stadt.“ Da nimmt man auch mal (unfreiwillige) Schützenhilfe vom rechten Rand in Kauf.

So reagieren die Nutzer auf Instagram

In den Kommentaren ergänzt die Verkehrsbehörde, dass man sich im Zuge der Beantwortung der Anfrage von Nockemann mit verbotenen Kennzeichen anderer Bundesländer beschäftigt habe, um die eigene Liste zu erweitern.

Andere Nutzer loben entweder Tjarks oder verweisen auf anderer Verkehrsprobleme der Stadt. Von „Wird aber auch Zeit“ bis zu „Wenn ihr sonst keine Probleme und Sorgen habt“, ist alles dabei.

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