AfD-Abgeordnete gründen „Parallel-Fraktion“: Parteichef Nockemann stinksauer
Die Fraktion in Harburg bestand ursprünglich aus sieben Mitgliedern. Dann traten sie nacheinander aus, bis nur noch drei übrig blieben: Die AfD-Fraktion im Bezirk Harburg hat sich selbst zerlegt. Es gab Drohungen, Anschuldigungen und Vorwürfe zu finanziellen Unregelmäßigkeiten. Jetzt haben sich drei der ausgetretenen Fraktionslosen zusammengetan und eine neue Bezirksfraktion gegründet – und das geht mächtig gegen den Strich von Parteichef Nockemann.
„Die Gründung einer weiteren Bezirksfraktion von AfD-Abgeordneten ist ein erheblicher Schaden für unsere Partei“, so Dirk Nockemann in einem Statement am Montag. Hintergrund für die Wut des AfD-Landeschefs ist die Neugründung der „Forum Harburg-Fraktion“.
AfD-Abgeordnete spalten sich ab – Nockemann: „Schlag ins Gesicht“
Die neugegründete Fraktion ist ein Zusammenschluss aus drei AfD-Mitgliedern, die in den vergangenen Monaten aus der Fraktion austraten: Harald Feineis, Patrick Rogozenski und Adrian Leuser. Mit drei Leuten ist die Voraussetzung zur Bildung einer Bezirksfraktion erfüllt.
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Dennoch wütet Nockemann, dass die neue Fraktion „keine Existenzberechtigung“ habe. Wer auf dem AfD-Ticket in die Bezirksversammlung einziehe, müsse Mitglied einer AfD-Bezirksfraktion sein, so Nockemann. „Wer aus gewichtigen Gründen von Seiten der Fraktion ausgeschlossen wurde, darf keine Parallel-Fraktion gründen.“ Die Neugründung sei „ein Schlag in das Gesicht unserer AfD-Wähler in Harburg.“
Partei fordert Abgabe der Mandate
Die AfD Hamburg fordert nun die drei Männer auf, ihre Mandate in der Bezirksversammlung sofort abzulegen. Harald Feineis sei, so Nockemann, in Harburg eher durch seine Abwesenheit in den Bezirksversammlungen aufgefallen. Er war nicht einmal ein Jahr Fraktionsmitglied gewesen. Feineis war damals für Olga Petersen nachgerückt, deren Abgeordnetenmandat nach ihrem Umzug nach Russland aberkannt wurde.

Gegen Adrian Leuser laufe ein Parteiordnungsverfahren, so Nockemann. Leuser hatte 2025 Anzeige gegen den Parteikollegen Andreas Ehlers erstattet, da dieser ihn als „Untermenschen“ bezeichnet habe. Anschließend verließ er die Fraktion.
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Den Vorsitz der „Forum Harburg-Fraktion“ sollen sich Feineis und Rogozenski teilen. Nockemann vermutet hinter der Gründung der Fraktion „eher finanzielle als politische Hintergründe“.
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