Plötzlich ist mein Bild vom Flohmarkt bei „Bares für Rares“
Als „Jäger des verlorenen Schatzes“ besuche ich seit mehr als 50 Jahren Flohmärkte und bin natürlich Fan von „Bares für Rares“. Neulich fiel mir vor dem Bildschirm die Kinnlade runter, als eine Frau eine bemalte Tonplatte anbot. Das Motiv: drei weidende Pferde. Genau so eine Platte hatte ich schon vor Jahren auf dem „Flohdom“ an der Feldstraße ergattert. Jetzt war ich natürlich gespannt, wie viel das immerhin sieben Kilogramm schwere Teil bringen würde.
Zusammenfassung:
- Die bemalte Tonplatte mit Motiv von Franz Marc wurde in „Bares für Rares“ für 100 Euro verkauft.
- Franz Marc war Teil des „Blauen Reiters“ und schuf eindrucksvolle Tierdarstellungen.
- Ein Gemälde von Franz Marc erzielte bei einer Auktion 51 Millionen Euro.
20 Euro hatte ich damals gezahlt. Ich habe das Teil eigentlich nur wegen der kräftigen rot-orangen Farben gekauft und erst mal achtlos weggestellt. Zufälligerweise stand es nun aber neben meinem Fernseher, als die beliebte ZDF-Sendung lief.
Der Experte erklärte zunächst das Motiv, und das stammte von einem Weltklasse-Künstler: Franz Marc (1880-1916). Der Münchner hatte zusammen mit Kandinsky 1911 die berühmte Künstlergemeinschaft „Der blaue Reiter“ gegründet. Im selben Jahr fand die erste Ausstellung mit Werken der beiden und von August Macke, Gabriele Münter oder Henri Rousseau statt. Die erfolgreiche Schau tourte durch Europa, kam auch nach Hamburg.
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„Bares für Rares“: Tonplatte mit Motiv von Franz Marc
Der Expressionist Marc spezialisierte sich noch vor dem Ersten Weltkrieg auf eindrucksvolle Tierdarstellungen, schuf Werke wie „Der Turm der blauen Pferde“, die „Gelbe Kuh“ oder eben „Weidende Pferde“ – das Motiv auf meiner Tonplatte. Marc fiel am 4. März 1916 als Leutnant der Landwehr bei einem Patrouillenritt unweit von Verdun. Der Künstler wurde von einem Granatsplitter am Kopf getroffen.
Bis zu seinem Tod hatte Marc 244 Ölgemälde geschaffen. 2022 erzielte sein Gemälde „Füchse“ bei einer Versteigerung bei „Christie’s“ 51 Millionen Euro.
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Und meine Pferde auf Ton? Die brachten immerhin bei den Händlern von „Bares für Rares“ einen Hunderter. Im Netz verlangen Kunsthändler für das Werk auch schon mal fast 300 Euro. Hergestellt wurden diese handbemalten Platten übrigens von den Keramischen Werken Rheinbach, die diese unter dem Markennamen Ruscha anboten. Die 1905 gegründete Fabrik ging 1996 in Konkurs.