Pläne für Quartier rund um U5-Baustelle: Verwirrung und Sorge bei Anwohnern

Blick auf die U5-Baustelle am Bramfelder Dorfplatz.
Blick auf die U5-Baustelle am Bramfelder Dorfplatz.

Die Gegend rund um den Bramfelder Dorfplatz ist seit mehr als einem Jahr in eine riesige Baustelle für die neue U-Bahn-Linie U5. Künftig soll hier aber nicht nur die neue U-Bahn halten: Am Montagabend präsentierte der Bezirk Wandsbek seine Pläne für das Areal, die aber vor allem bei den anwesenden Eigentümern für Verwirrung sorgten. Einem Wunsch, den sie äußerten, erteilten die Vertreter des Bezirksamtes direkt eine klare Absage.

„Wenn man vor der Tür die umfangreichen Baustellen sieht, hat man vielleicht schon eine Idee, was der Anlass für die Planungen sein könnte“, startete Hans-Jörg Reinicke vom Bezirksamt Wandsbek am Montagabend seinen Vortrag im Forum der Stadtteilschule Bramfeld.

U5 in Bramfeld soll den Stadtteil deutlich aufwerten

Dadurch, dass dort in einigen Jahren die neue U-Bahn-Linie halten soll, wird der bislang vom ÖPNV vernachlässigte Stadtteil deutlich aufgewertet. Denn obwohl Bramfeld mit seinen mehr als 51.000 Einwohnern einer der bevölkerungsstärksten Stadtteile von Hamburg ist, kann man ihn bislang nur mit Bussen erreichen. Deshalb möchte die Stadt den Bebauungsplan für das etwa zwei Hektar große Gebiet zwischen Bramfelder Dorfplatz, dem Mützendorpsteed und der Höhnkoppel ändern.

Der Streckenplan der U5 führt von Bramfeld im Osten bis zu Arenen im Westen.
Der Streckenplan der U5 führt von der Haltestelle Bramfeld im Osten bis zur Haltestelle Arenen im Westen.

Künftig soll im südlichen Bereich entlang der Straße Bramfelder Dorfplatz, der gleichnamigen Stichstraße sowie dem Mützendorpsteed fünf Geschosse hoch gebaut werden dürfen. In den Erdgeschossen sind Geschäfte vorgesehen. Im nördlichen Teil des Planungsgebietes entlang der Höhnkoppel sollen künftig bis zu drei Etagen im Wohnungsbau möglich sein, statt wie bislang zwei. Insgesamt verspricht sich der Bezirk so etwa 100 bis 150 neue Wohnungen in dem Gebiet.

Info-Veranstaltung in Bramfeld: Sorgen der Anwohner

„Ich verstehe das nicht so ganz, sollen die bisherigen Doppelhäuser an der Höhnkoppel dann weg?“, fragte eine der Eigentümerinnen bei der Veranstaltung. Eine andere Anwohnerin machte sich Sorgen, ob die Stadt etwa enteignen würde.

„Enteignet wird hier natürlich niemand und es kommen auch keine Häuser einfach weg“, beruhigte Reinicke die Anwesenden. „Sie haben erstmal Bestandsschutz. Es ist aber vorgesehen, wenn Sie als Eigentümer künftig neu bauen wollen, dass sie dann eben ein Geschoss höher bauen können.“ Seine Kollegin Malina Nocella ergänzte, dass es durchaus bereits interessierte Eigentümer gebe, die sich schon beim Bezirksamt gemeldet hätten, um künftig höher zu bauen.

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Dem Wunsch aus dem Publikum, dort „generationenübergreifendes Bauen“ zu ermöglichen, erteilten die Vertreter des Bezirksamtes allerdings eine Absage. Bei dieser Wohnform leben Menschen unterschiedlicher Altersgruppen unter einem Dach, um einander zu unterstützen.

Da es sich um einen sogenannten „Angebots-Bebauungsplan“ handele, könne der Bezirk den möglichen Bauherren keine konkrete Wohnform vorschreiben. Auch eine Anzahl an Sozialwohnungen festzulegen, ist laut Nocella nicht möglich. „Das müssen die Eigentümer selbst in die Hand nehmen. Es gibt allerdings trotzdem gewisse Anforderungen in der Hamburgischen Bauordnung.“ Zum Beispiel muss ab einer bestimmten Anzahl an Wohnungen ein Geschoss barrierefrei erreichbar sein.

So geht es jetzt mit den Bauplänen in Bramfeld weiter

Voraussichtlich am 22. Juli beschäftigt sich der Ausschuss des Bezirks Wandsbek noch einmal mit den neuen Plänen. Danach überarbeitet das Bezirksamt den Bebauungsplan mithilfe der Anregungen, Kritiken und Vorschläge und präsentiert ihn erneut. Nach einer erneuten Beteiligung und öffentlichen Auslegung der Pläne wird dann die endgültige Fassung präsentiert und im besten Falle von der Bezirkspolitik beschlossen. Nocella rechnet damit in zwei bis drei Jahren, ab diesem Zeitpunkt könne dann auch gebaut werden.

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Die U5 soll ab 2040 auf einer Strecke von 25 Kilometern von Bramfeld im Osten bis zu den Arenen im Westen pendeln. Die Hochbahn rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von 14,5 bis 16 Milliarden Euro sowie 315.000 zusätzlichen Fahrgästen.