Parteien streiten um beliebten Hamburger Badesee: Umweltschutz kontra Erholung

Badende am Allermöher See
Badende an der Strandseite des Allermöher Sees.

An heißen Tagen wird es hier immer öfter eng am Strand und das führt vermehrt zu Konflikten. Deshalb möchten CDU und SPD in Bergedorf die Badestelle an einem der beliebtesten Hamburger Badeseen erweitern. Doch Grüne und Umweltbehörde haben da ganz andere Vorstellungen.

Die Lütten spielen im Sand, ältere Kinder springen vom Steg platschend ins Wasser und viele Erwachsene liegen auf der Wiese unter Sonnenschirmen. Am Allermöher See (Felix-Jud-Ring) lässt es sich bei Hitze hervorragend aushalten. Und so ein Badesee mitten im Wohngebiet, das ist schon ein toller Luxus, den Neuallermöhe hat.

Die rund 24.000 Bewohner des Stadtteils können bequem zu Fuß oder mit dem Rad zur Badestelle an der Nordseite des Sees gelangen. Das ist auch gut so, denn es gibt keinen Parkplatz für Autos dort, außer für die Kleingärtner. Deshalb sind die Grünstreifen am Felix-Jud-Ring bei gutem Wetter auch oft wild zugeparkt.

Allermöher See: CDU und SPD für mehr Liegeflächen

Die großzügigen Liegeflächen sind langsam zu eng, denn es kommen immer mehr Erholungssuchende an den beliebten See, nicht nur Neuallermöher. „Während der Stoßzeiten sind die vorhandenen Flächen am See stark überfüllt“, berichtet Parmod Kumar von der CDU. „Es fehlt an Platz für die zahlreichen Besucher, was zu Spannungen und Nutzungskonflikten führt.“

Allermöher See Liegefläche
Die Liegefläche am Allermöher See ist groß und in der Woche ausreichend. Aber an heißen Wochenenden ist der Platz knapp.

Daher wünscht die CDU sich, dass am Seeufer zusätzliche Flächen für Badende hergerichtet werden. Gern gesehen wäre auch eine weitere Toilette, aber der Vorstoß wurde von der Verwaltung bereits abgeschmettert. Die SPD unterstützt die Forderung nach mehr Platz. Der SPD-Abgeordnete Suleyman Nasiri: „Mehr Platz heißt auch Vermeidung von Konflikten zwischen den Besucher:innen und eine Entlastung der stark beanspruchten Flächen.“

Neuallermöhe: Stadtteil mit eigenem See mitten im Quartier

Ganz andere Ansichten haben da die Grünen in der Bezirksversammlung. Sie stimmen zu, dass immer mehr Badegäste am See sind, aber wollen auf keinen Fall mehr Platz schaffen. Denn darunter würde der Schilfgürtel am Ufer des Sees noch mehr leiden als bisher schon. Es werde zu viel illegal gegrillt, der Felix-Jud-Ring sei teilweise stark zugeparkt und Autos sollen stellenweise bis ans Wasser fahren, um Gegenstände auszuladen. Um die ganzen Probleme einmal aufgelistet zu bekommen, haben die Grünen eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, die noch nicht beantwortet ist.

Johan Graßhoff von den Linken meint, das Problem sei nicht der Platzmangel am Allermöher See, sondern die fehlende Infrastruktur. Neben Toiletten fehlten Schattenplätze, Mülleimer, Fahrradständer und Bänke. „Durch die Schließung des Westensees als Badesee gibt es einen starken Nutzungsdruck auf den Allermöher See.“

Allermöher See: Noch ist nicht klar, wie es weitergeht

Die Umweltbehörde hat bereits eine Stellungnahme abgegeben und verpasst den Ambitionen von SPD und CDU einen Dämpfer. Aus ihrer Sicht ist die Badestelle nur an wenigen besonders heißen Tagen überfüllt. Den Wunsch der Politik, zusätzliche Uferbereiche mit Röhrichtzonen für Badegäste herzurichten, weist die Behörde zurück. Denn es handelt sich um ein geschütztes Biotop und jede Zerstörung müsse mit anderen Flächen ausgeglichen werden. Daher werde ein solcher Antrag aus dem Bezirk eher nicht positiv beschieden.

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Noch ist nicht klar, wie es weitergeht. Sicher ist nur, dass der Druck auf die vielen Badegewässer in Bergedorf nicht weniger wird. Wenn Oberbillwerder erst einmal bewohnt ist, werden auch diese Menschen gern am Badesee liegen. Und dass sie bitte nicht zum Boberger See fahren sollen, sondern sich nach Süden orientieren, darauf hat die Umweltbehörde auch bereits hingewiesen. Also würden viele wohl zum Allermöher See fahren, denn der Eichbaumsee ist ständig wegen Blaualgen gesperrt.