Parlamentarische Anfrage der SPD: St. Pauli-Fans krimineller als Anhänger des HSV

Schweinske-Cup im Januar: Ein Krawallmacher wird abgeführt.
Röer
Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, Landfriedensbruch: Erstmals nimmt der FC St. Pauli die traurige Spitzenposition in Sachen Straftaten randalierender Fußball-Fans ein und löst den HSV ab.
Während bei St. Pauli die erfassten Straftaten gewaltbereiter Fußballfans bei Heimspielen in den vergangenen drei Jahren von 88 auf 131 Fälle (in der Saison 2011/2012) stieg, nahmen sie beim HSV von über 170 auf jetzt 97 ab. Dies ist das Ergebnis einer Parlamentarischen Anfrage der SPD. Dabei zeigt sich jedoch, dass sich in den vergangenen drei Jahren insgesamt die Fallzahlen beider Clubs im Vergleich zu den Jahren zuvor erhöht haben. Wurden zwischen 2005 bis 2007 jeweils 184 bzw. 134 Straftaten gezählt, liegen die Zahlen von 2009 bis 2011 bei 262 bzw. 271 pro Jahr.
„Gewaltbereite Fans beim Fußball sind in Hamburg nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem“, so die SPD-Abgeordnete Juliane Timmermann. Es sei Aufgabe aller Beteiligten das Problem so gering wie möglich zu halten. So habe sich gezeigt, dass die „anlassbezogenen Treffen zwischen Sicherheitsbehörden, Vereinen und Fanvertretern der richtige Weg sei, so Timmermann weiter.
Auch der „Örtliche Ausschuss Sport und Sicherheit“ (ÖASS), der nach den Ausschreitungen beim Hallenfußballturnier „Schweinske-Cup“ im vergangenen Januar eingerichtet wurde, sei ein „Weg, den man weiter gehen muss“, betont Timmermann. Eine Erklärung, weshalb sich in der vergangenen Saison erstmals eine Problemverlagerung vom HSV auf den St. Pauli ergeben hat, kann Timmermann nicht geben.