Parkplätze radikal reduziert: Stadtteil verbannt Verkehr für Außengastro und Grün
Mutiger Schritt in der Bezirkspolitik: In der Bergedorfer City werden in einer schönen alten Straße mit Gründerzeithäusern die Autos verbannt, um Raum für Außengastronomie und mehr Grün zu schaffen. 22 von 29 Parkplätzen sollen weichen, der Rest ist für Kurzparker. Die CDU hat sich bis zuletzt dagegen gestemmt – und wurde überstimmt. Nun bleibt die spannende Frage: Segnet die übergeordnete Verkehrsbehörde das ab? Schließlich widerspricht es dem Parkraum-Moratorium, das besagt, dass keine Parkplätze mehr verschwinden, bis es einen „Masterplan Parken“ für die Stadt gibt.
Der Reetwerder ist eine kurze, hübsche Straße mit vielen Gründerzeithäusern nahe des Bergedorfer Bahnhofs. Sie ist bereits heute verkehrsberuhigt und in großen Teilen gepflastert und wurde vor mehr als 120 Jahren als Verbindung des Bergedorfer Villenviertels zum Bahnhof geplant. Doch das schöne Ambiente mit kleinen Läden und Gastro wird massiv durch die vielen Autos gestört, die dort täglich parken – und durch den Durchgangsverkehr. Die Fußwege sind schmal, die Parkbuchten zu kurz.
Reetwerder: Straße in Bergedorf wird verkehrsberuhigt
Der Stadtentwicklungsausschuss entschied nun mit einer hauchdünnen Mehrheit, dass es einen radikalen Schnitt gibt. Der Reetwerder wird bald umgebaut und für den Durchgangsverkehr gesperrt. Autos können dann von der Alten Holstenstraße aus nur noch ein kurzes Stück in die Straße hineinfahren. Und auch am anderen Ende des Reetwerder von der Ernst-Mantius-Straße aus ist die Straße ab dem Geschichtskontor gesperrt.
So bleibt der Reetwerder auf einer Länge von etwa 100 Metern frei von Autos und Durchfahrtsverkehr. Der gewonnene breite Straßenraum soll entsiegelt, bepflanzt und mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet werden. Die Restaurants und Cafés bekommen Platz für eine dauerhafte Außenbestuhlung. Geparkt werden kann nur noch außerhalb dieses Bereiches auf sieben Kurzzeit-Parkplätzen.
Bergedorf: Parkplätze im Reetwerder verschwinden
Die CDU hatte dagegen gestimmt. Sie hatte noch in der Woche davor mit einem Infotisch im Reetwerder herausfinden wollen, wie Anwohner, Ladenbesitzer und Besucher über die Pläne denken. Laut CDU gab es Bedenken von Anwohnern. Sie hatten teils Sorge, dass sie ihre Wohnungen nicht mehr zum Entladen ihrer Einkäufe erreichen könnten. Häufige Kritik von Befragten war das Wegfallen der Parkplätze, was auch die CDU kritisch sieht. Zusammengefasst sei das Votum am Infotisch etwa 50:50 ausgefallen.
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Am Ende stimmte die CDU für eine alternative Variante, bei der etwa 19 der 29 Parkplätze erhalten geblieben wären und Autos weiterhin hätten durchfahren können. Allerdings mit einer Umkehr der Einbahnstraßenregelung, die den Verkehr um bis zu 50 Prozent hätte reduzieren können. SPD, Grüne und Linke votierten gemeinsam für die Variante ohne Durchgangsverkehr und Parkplätze und hatten eine knappe Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen.
Nun bleibt die spannende Frage: Segnet die übergeordnete Verkehrsbehörde das ab? Schließlich widerspricht es dem von der SPD durchgesetzten Parkraum-Moratorium, das besagt, dass keine Parkplätze mehr verschwinden, bis es einen „Masterplan Parken“ für die Stadt gibt.
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So wird auf Grundlage des Moratoriums am Friedrich-Frank-Bogen nachgebessert: Zwar sollen die Straße, Geh- und Radwege weiterhin saniert werden, doch die ursprünglich bedrohten 26 Parkplätze bleiben erhalten. Im Laufe der Überprüfung von Maßnahmen im Zuge des Moratoriums konnten laut Verkehrsbehörde bislang aufgrund der erneuten Überprüfung mehr als 500 Parkplätze erhalten werden. Fertig werden soll der „Masterplan Parken“ aber voraussichtlich erst Ende 2026