Panischer Notruf bei Hamburger Feuerwehr: Opfer ist tausende Kilometer entfernt

Wanderer in trockener Landschaft
Ein Notruf vom Jakobsweg landete bei der Feuerwehr Hamburg (Symbolbild)

Eine junge Frau verunglückt auf dem Jakobsweg, mitten in der Einöde in Spanien. Zwölf Meter ist sie in die Tiefe gestürzt, liegt hilflos im Dickicht und schafft es mit Mühe, ihren Freund in Hamburg über ihren Unfall zu informieren. Der wählt in Panik den Notruf der Hamburger Feuerwehr – und der Calltaker in der Einsatzzentrale hat es plötzlich mit einem Opfer zu tun, das tausende Kilometer entfernt auf Rettung hofft.

Es war der 4. Juli dieses Jahres, als Brandmeister Nils Warnecke (32) gegen 16.25 Uhr einen ungewöhnlichen Notruf annimmt, einen, den er nie vergessen wird, denn: Das Opfer ist tausende Kilometer von Hamburg entfernt.

Frau verunglück auf Jacobsweg in Billstedt – Beamter aus der Hamburger Einsatzzentrale der Feuerwehr leitet Rettung ein
Brandmeister Nils Warnecke

Der Anrufer ist ein junger Mann, der panisch und in höchster Sorge von einem Anruf seiner Freundin berichtet. Die junge Frau, seit Tagen auf dem Pilgerweg in Spanien unterwegs, sei abgestürzt, habe sich dabei verletzt und liege nun hilflos in einer Schlucht.

Dramatischer Notruf – doch das Opfer war Tausende Kilometer entfernt

Die Telefonverbindung mit ihr sei sehr schlecht gewesen. Seine Freundin habe kaum Mobilfunknetz und auch der Akku ihres Handys neige sich dem Ende zu. „Ich habe sofort gespürt, dass der Mann in einem Ausnahmezustand war. Wichtig war es nun, ihn zu beruhigen, um Genaueres über den eigentlichen Unfallort zu erfahren, denn der Jakobsweg ist ja rund 780 Kilometer lang“, berichtet Warnecke der MOPO.

Schließlich der Durchbruch: Der Verunglückten gelingt es, ihrem Freund ihren Standort zu senden. Der leitet die Koordinaten umgehend an die Einsatzzentrale der Feuerwehr weiter. „Wir fanden heraus, in welchen Bereich die Frau in Spanien lag“, sagt der Brandmeister: „Und dann kam auch noch Glück hinzu.“

Mehrere Telefonate mit spanischen Kollegen – dann die Rettung

Ein Kollege von Warnecke, zufällig ebenfalls im Dienst, spricht Spanisch und recherchierte die für diesen Bereich zuständigen Rettungskräfte, rief dort an und übermittelte den Notfall. Von dort stieg ein Hubschrauber auf, um nach der Frau zu suchen. In der Zwischenzeit wurde mehrfach hin und her telefoniert, um genauere Erkenntnisse zu bekommen. Nach gut 50 Minuten dann die erlösende Nachricht: Die spanischen Retter haben die junge Frau gefunden und in eine Klinik gebracht.

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Hilfreich dabei war, dass die Frau eine für den Jakobsweg empfohlene rote Rettungsdecke dabei hatte und auf sich aufmerksam machen konnte, sodass die Besatzung des Rettungshubschraubers sie rasch finden konnte. Warnecke ist die Erleichterung anzumerken: „Es war ein Glücksgefühl, als ich die Nachricht über die Rettung erfuhr. Genau für solche Momente bin ich Feuerwehrmann geworden“. In jener Schicht nahm er noch viele weitere Notrufe an. Jährlich gehen rund 500.000 Notrufe in der Einsatzzentrale der Hamburger Feuerwehr ein.