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Panama Papers: Großrazzia gegen Steuerhinterziehung in Hamburg und auf Sylt

Bundesweiten Großrazzia gegen Steuerhinterziehung.

Bei einer bundesweiten Großrazzia haben die Behörden Wohnungen, Banken, Sparkassen sowie Geschäftsräume von Steuerberatern durchsucht. (Symbolfoto)

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dpa

Drei Jahre nach den Enthüllungen durch die so genannten „Panama Papers“ sind Ermittler am Mittwoch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung zu einer bundesweiten Großrazzia ausgerückt. Die Behörden durchsuchten die Wohnungen von acht Privatpersonen, elf Banken und Sparkassen sowie die Geschäftsräume von vier Steuerberatern – dabei schlugen die Beamten auch in Hamburg und Sylt zu.

Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte, suchten die Beamten wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung nach Hinweisen auf versteckte Vermögen, die die Verdächtigen mithilfe einer ehemaligen Tochtergesellschaft „einer deutschen Großbank“ angelegt haben sollen.

Wohnräume von „vermögenden Privatpersonen“, Banken und Sparkassen durchsucht

Bei den Beschuldigten handle es sich um „vermögende Privatpersonen“. Die Ermittler durchsuchten Wohnräume von acht Privatleuten in Bad Tölz, Erkrath, Hamburg, Konz, Simmerath und auf Sylt. Ferner waren die Geschäftsräume von elf Banken und Sparkassen in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Erding, Frankfurt am Main, Köln und Trier im Fokus der Ermittler.

Auch vier Steuerberater und sechs Vermögensverwalter betroffen

Außerdem betroffen waren die Geschäftsräume von vier Steuerberatern in Aachen, Hamburg, Hürth und München, sowie von sechs Vermögensverwaltern in Hamburg. Die Beschuldigten sollen durch ein von der Tochtergesellschaft auf den Britischen Jungferninseln orchestriertes Geflecht an Offshore-Gesellschaften versucht haben, Kapitalerträge vor dem deutschen Fiskus zu verstecken.

Die Ermittler waren nach eigenen Angaben erst durch eine Razzia im vergangenen November auf die Verdächtigen aufmerksam geworden. Damals waren Geschäftsräume der Deutschen Bank durchsucht worden.

Kunden im Visier – Banken und Steuerberater als „Zeugen“

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte dazu, die Durchsuchungen seien der „normale Fortgang der Ermittlungen“, die seit 2018 andauern: „Heute sind die Kunden der Banken im Visier“. Die Banken und Steuerberater seien in diesem Fall „Zeugen“.

Die Deutsche Bank wiederum betonte: „Die Ermittlungsverfahren richten sich nicht gegen die Deutsche Bank.“ Die Bank kooperiere mit der Staatsanwaltschaft und gebe alle angeforderten Unterlagen „freiwillig“ heraus. „Eine Durchsuchung der Geschäftsräume der Bank hat deshalb nicht stattgefunden.“

Auslöser für die Ermittlungen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Erkenntnisse aus den „Offshore Leaks“ – ein Datensatz, den das Internationale Kosortium investigativer Journalisten (ICIJ) 2013 ins Internet stellte – sowie aus den „Panama Papers“. Diese Papiere zu Steuervermeidung und Geldwäsche mittels Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen hatte ein internationales Rechercheteam rund um die „Süddeutsche Zeitung“ 2016 veröffentlicht.