Hamburg erhält Finanzspritze vom Bund für Olympia-Bewerbung
Hamburg bekommt für seine Olympia-Bewerbung finanzielle Unterstützung vom Bund. Am Donnerstag haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die anderen Olympia-Bewerber und Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Vereinbarung unterschrieben. Auch für die internationale Bewerbungsphase will der Bund Geld bereitstellen.
Der Vertrag sichert den Bewerberregionen Hamburg, München, Rhein-Ruhr und Berlin eine Unterstützung des Bundes von insgesamt rund sechs Millionen Euro zu. Gedacht ist das Geld für die nationale Phase der Olympia-Bewerbung und für die Vorbereitung auf die internationale Bewerbung.
Welche Anteile die Regionen jeweils erhalten, ist bislang nicht bekannt. Unter anderem hängt es davon ab, ob einzelne Bewerber vorzeitig ausscheiden. In Hamburg müssen zunächst die Bürger in einem Referendum am 31. Mai 2026 abstimmen, ob sie die Spiele in der Stadt haben wollen.
Hamburg bekommt Finanzspritze für Olympia-Bewerbung
Wenn die deutsche Bewerberregion feststeht und der internationale Wettbewerb startet, will die Bundesregierung ebenfalls Geld locker machen. „Die Zusage der Bundesregierung, sich an den Kosten zu beteiligen, ist ein wichtiger Meilenstein und gibt uns Rückenwind für das Hamburger Referendum im kommenden Jahr“, sagt Bürgermeister Tschentscher.

Bei der Olympia-Bewerbung im Jahr 2015 hatte es vorab keine finanziellen Zusagen vom Bund gegeben. Kritiker hatten dies stark bemängelt. Damals scheiterte Hamburg mit seinen Bewerberambitionen am Referendum. „Ein gutes Zeichen und Rückenwind auch für Hamburgs Bewerbung!“, freute sich auch Sportsenator Andy Grote (SPD). „Wir wollen die Spiele endlich wieder nach Deutschland holen und sind fest davon überzeugt: Deutschland kann das – Hamburg kann das“, ergänzte Steffen Rülke, Leiter des Hamburger Olympia-Vorprojekts.
Hamburg wird sein finales Konzept, das zum 1. Juni 2026 beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht wird, im Frühjahr vorstellen. Die Konzepte aller vier Bewerber werden dann von einer Evaluierungskommission des DOSB bewertet, bevor es im Herbst 2026 zu einer Entscheidung um den deutschen Bewerber kommt.
Linke kritisiert Vereinbarung
Die Linke kritisierte, dass der Breitensport nicht davon profitieren würde, wenn zusätzliche Gelder für Olympia freigegeben werden. Denn zeitgleich sei aus der angekündigten jährlichen „Sportmilliarde“ vom Bund eine Milliarde für die gesamte Legislatur geworden, sagte Heike Sudmann, Co-Fraktionschefin der Linken. Wie viel Geld die Länder jeweils aus diesem Topf erhalten, steht allerdings noch nicht fest, wie aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage der Linken hervorgeht.
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Juliane Timmermann, Sportexpertin der SPD, nannte die Vorwürfe der Linken „haltlos und falsch“. Fehlende Mittel und Sanierungsbedarfe im gesamten Bundesgebiet auf Hamburg zu übertragen, sei ein „billiger Versuch, die Hamburger:innen mit aller Macht zugunsten der eigenen politischen Ziele in die Irre zu führen. Ein solches Manöver ist peinlich.“ Hamburg investiere wie kaum eine andere Stadt in den Sport: Zwischen 2020 und 2030 stelle die Stadt selbst mindestens 1,115 Milliarden Euro für die Sportinfrastruktur bereit.
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