Olloweg und Lüttwisch: Plattdeutsche Straßennamen bekommen Erklärschilder
Die Adresse klingt geradezu niedlich: Der Lüttwisch ist eine kleine Straße im Hamburger Stadtteil Eidelstedt. Doch nicht einmal alle Anwohner verstehen, was es mit dem Straßennamen auf sich hat. Denn der kommt aus dem Plattdeutschen. Eine Gruppe setzt sich dafür ein, dass die plattdeutschen Straßennamen mit Zusatzschildern ausgerüstet werden. Künftig kann dann jeder verstehen, was sich wirklich hinter Namen wie Deepenbrook, Olloweg oder Dörpsweg verbirgt.
Der Name Lüttwisch stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutet übersetzt „kleine Wiese“ (von „lütt“ = klein und „Wisch“ = Wiese). Nicht weit davon entfernt liegt die Straße Deepenbrook, was so viel wie „tiefes, feuchtes Land“ bedeutet. Etwas einfacher ist es auch für diejenigen, die des Plattdeutschen nur rudimentär mächtig sind, beim Olloweg (Alter Weg) oder beim Dörpsweg (Dorfweg).
De Plattsnackers in Eidelstedt wollen Straßenschilder mit Erklärungen versehen
Die Gruppe „De Plattsnakkers“ im Eidelstedter Bürgerverein setzt sich schon länger dafür ein, die plattdeutschen Straßenschilder mit Erklärungen zu versehen, damit die Anwohner auch verstehen, wo sie leben. Bei 14 Straßen ist ihnen das schon gelungen. Für den nächsten Schwung, zu dem auch der Lüttwisch und der Olloweg gehören, braucht es Geld.
Der Bezirk hatte die Bereitstellung der auf 16.000 Euro geschätzten Gelder für die insgesamt 23 Schilder zunächst abgelehnt, gleichzeitig aber die Prüfung von Sondermitteln in Aussicht gestellt.
In einem Antrag der CDU-Bezirksfraktion zu den plattdeutschen Straßennamen heißt es: „Ältere Generationen verfügen noch über relativ gute Kenntnisse dieser Sprache. Junge Menschen und ein großer Anteil der hier neu zugezogenen Menschen haben jedoch wenig bis gar keine Kenntnis des Plattdeutschen.“
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Nachdem die Töpferstiftung sich bereit erklärt hat, das Projekt „Zusatzschilder für Plattdeutsche Straßennamen“ mit 2000 Euro zu unterstützen, hat nun auch die Bezirksversammlung Eimsbüttel entschieden, dem Eidelstedter Bürgerverein v. 1901 eine Summe von 12.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Dat is doch al mal wat!