Hamburg

Offiziell! So wird die neue Köhlbrandbrücke aussehen

Moderne Köhlbrandbrücke bei Sonnenuntergang mit Spiegelung im ruhigen Wasser.
So soll die neue Köhlbrandbrücke einmal aussehen.

Die Köhlbrandbrücke muss einem Neubau weichen, der wurde jetzt offiziell präsentiert: „Das wird eine der schönsten Brücken werden, mindestens in Europa.“

Die markante Köhlbrandbrücke im Hafen gilt als eins von Hamburgs Wahrzeichen – und sie ist ziemlich marode. Deshalb soll das 1974 eröffnete Bauwerk durch einen Neubau ersetzt werden. Viele Monate nach der Jury-Sitzung wurde der Siegerentwurf jetzt offiziell im Rathaus vorgestellt. 

„Die Köhlbrandbrücke ist ein unverzichtbares Bauwerk für den Hafen“, begann Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Mittwoch die Brücken-Präsentation. „Aufgrund der verkehrlichen Belastung ist das alte Bauwerk allerdings über die Jahre in Mitleidenschaft geraten.“ Deshalb brauche es langfristig einen Neubau. „Ich kann Ihnen versprechen, die neue Brücke wird noch eindrucksvoller als die alte sein“, ergänzte Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing. „Das wird eine der schönsten Brücken werden, mindestens in Europa.“

So sieht die neue Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen aus

Wie die MOPO bereits im Januar berichtete, ist der Gewinner eine Bietergemeinschaft, bestehend aus dem Hamburger Ingenieurbüro Grassl GmbH, den Ingenieuren von Schlaich Bergermann Partner und den Hamburger Bauingenieuren WTM Engineers. Schlaich Bergermann Partner und WTM Engineers haben unter anderem auch den geplanten Neubau der A26 über die Süderelbe entworfen.


Große Brücke über ruhigem Wasser, dahinter Ufer mit Gebäuden und klarer Himmel.
Die neue Köhlbrandbrücke sieht der alten sehr ähnlich – das war Bedingung im Wettbewerb.


Die neue, fünf Kilometer lange Köhlbrandbrücke sieht auf den ersten Blick fast genauso aus wie die alte – das war auch eine der Vorgaben des Wettbewerbs. Sie ist mit einer Durchfahrtshöhe von 73,50 Metern allerdings 20 Meter höher und bekommt deshalb auch längere Rampen. So soll es auch den größten Containerschiffen möglich sein, darunter zum Terminal Altwerder zu fahren. Die neuen Pylonen und Stützpfeiler sehen ebenfalls ein wenig anders aus. „Wir planen ein Jahrhundertbauwerk mit fast einem Jahrzehnt Bauwerk“, hatte Leonhard (SPD) bereits 2024 angekündigt.

Neue Köhlbrandbrücke soll im Jahr 2042 eröffnet werden

Die neue Brücke wird weitgehend parallel zur alten gebaut, da letztere erst abgerissen werden soll, wenn die neue in Betrieb ist. Nach bisherigen Plänen soll die neue Brücke im Jahr 2042 für den Verkehr freigegeben, aber eventuell erst im dritten Quartal 2046 komplett fertiggestellt werden. Die Haupthafenroute soll Ende der 30er Jahre bereits befahrbar sein.

Beleuchtete Hängebrücke bei Nacht mit Lichtspuren auf der Fahrbahn
Im Jahr 2042 soll die neue Köhlbrandbrücke für den Verkehr freigegeben werden.


„Wir tun alles dafür, dass die alte Köhlbrandbrücke noch 14 Jahre lang weiter befahrbar ist“, sagte Senatorin Leonhard. „Es wird sehr viel investiert in Wartung und Erhaltung. Aber wir haben es eben auch mit Bautechnik und Stahl zu tun, die in den 60er/70er Jahren auf Höhe der Zeit waren.“ Es sei die best-überwachte Brücke Hamburgs, derzeit ist sie für Schwerlasttransporte gesperrt.

Jury entschied im November 2025 über den Siegerentwurf der Brücke

Entschieden hat über den Siegerentwurf eine Jury, bestehend aus einem Fach- und einem Sachgremium. Im Fachgremium saßen unter anderem Oberbaudirektor Höing, ein Vertreter der Hamburgischen Ingenieurkammer sowie andere deutschlandweit vertretene Ingenieur- und Architekturbüros.

Das Sachgremium setzte sich wiederum zusammen aus HPA-Chef Jens Meier, Vertretern der Hamburg Projekt Realisierungsgesellschaft ReGe und des Unternehmensverbands Hafen Hamburg sowie mehreren Hamburger Politikern. Dabei handelte es sich um Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD), Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sowie mehrere Bürgerschaftsabgeordnete von SPD, Grünen und CDU. 

So viel soll die neue Brücke voraussichtlich kosten

„Wir bauen eine moderne, elegante Brücke, die aber auch Bezug zum alten Bauwerk hat“, fasst Maren Wolff vom Ingenieurbüro Grassl die Pläne zusammen. „Wir können auf Lager verzichten, das führt dazu, dass die neue Brücke sehr schlank und leicht wird.“

Schon im Jahr 2012 hatte die Hafenbehörde HPA erklärt, dass die Köhlbrandbrücke nicht mehr zu retten sei, der damalige Bürgermeister Olaf Scholz verkündete daraufhin den Abriss. Erst viele Jahre später kam ein Gutachten ans Licht, laut dem man die Brücke hätte sanieren und ihre Lebensdauer verlängern können. Zu diesem Zeitpunkt hatte die HPA aber schon ihre Lieblingsversion, einen neuen Bohrtunnel unter der Elbe, vorangetrieben. 2024 kam der Tunnel aufgrund der enormen Kosten von bis zu 7 Milliarden Euro wieder vom Tisch. Die Kalkulationen für die neue Brücke liegen derzeit bei 4,4 bis 5,3 Milliarden. Die genaue Finanzierung wird laut Senatorin Leonhard in den kommenden Jahren geplant.

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