Hamburg

Offenbar will sie keiner: Was passiert nun mit den Teilen der alten Sternbrücke?

Kräne heben ein Brückensegment über eine Baustelle mit Fahrzeugen und Baucontainern.
Das Mittelteil der alten Sternbrücke wurde von einem Kran abtransportiert.

Die alte Sternbrücke wurde abgerissen, der Nachfolger steht schon in den Startlöchern. Aber was wird eigentlich aus den über 100 Jahre alten Brückenteilen? Da scheint es noch viele Unklarheiten zu geben.

Während die gigantische neue Sternbrücke ab Mittwoch ihren Transportweg in Richtung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße antritt, wurde die alte Sternbrücke bereits abgerissen – sehr zum Leid der Kritiker der neuen „Monsterbrücke“. Aber was passiert jetzt eigentlich mit den über 100 Jahre alten Brückenteilen? 

Am Freitag, 24. Juli, wurde die alte Sternbrücke zunächst mit Schneidbrennern in einzelne Teile geschnitten und anschließend mithilfe eines Krans herausgetragen und abtransportiert. Der jahrelange Kampf der Anwohner und Initiativen – er hatte letztlich nichts genutzt.

Was passiert mit den alten Überresten der Sternbrücke?

Dass die alte Brücke marode sei, stehe nicht zur Debatte, hatte ein Initiativen-Sprecher mal erklärt. Das Problem sei, dass das neue, aus seiner Sicht überdimensionierte, Brückenwerk nicht in den dicht bebauten Stadtteil passe.

Was wird aber aus den über 100 Jahre alten Sternbrücken-Überresten? Die werden erst einmal auf einer DB-eigenen Fläche in Wilhelmsburg gelagert, kündigte Projektleiterin Janna Wiedmaier an. Sie sei offen dafür, diese bei Interesse der Stadt Hamburg zur Verfügung zu stellen.

Das waren die möglichen Vorschläge für die alte Sternbrücke

Ideen für ein mögliches Recycling gab es mehrere: Im Sommer 2025 brachten die Altonaer Grünen den Vorschlag ein, die Teile als Aussichtsplattform für eine mögliche Promenade in der Neuen Mitte Altona zu nutzen. Das fand Anklang in der Bezirkspolitik und wurde mehrheitlich beschlossen. Dann grätschte allerdings der Senat dazwischen: Eine Parkanlage sei zwar zentraler Bestandteil des neuen Quartiers, aber eine solche erhöhte Plattform passe nicht zu den städtebaulichen Leitlinien, ließ die Stadtentwicklungsbehörde von Senatorin Karen Pein (SPD) damals verlauten.

Visualisierung ein neuen Projekts in der Neuen Mitte Altona
Die Bezirksversammlung Altona wollte die Brückenteile der Schanzen- und Sternbrücke nicht einschmelzen, sondern in der Neuen Mitte Altona als „Ort für Alle“ wiederverwenden – eine Visualisierung zeigt, wie das aussehen könnte.

In einem weiteren Vorschlag hieß es, die alten Brückenteile könnten für Gebäude- oder Kunstinstallationen genutzt werden. Doch konkret wurde es nie.

Obwohl man bei der Stadt ja wirklich länger Zeit hatte, sich Gedanken um die Zukunft der alten Brückenteile zu machen, scheint es auch jetzt noch keinen richtigen Plan zu geben. Auf Nachfrage verweisen sämtliche Behörden auf die Deutsche Bahn, die ja aber eher auf ein Zeichen der Stadt wartet. Die Gespräche hätten noch nicht stattgefunden, präzisiert ein Bahnsprecher.

Kommentare öffnen