Wohnturm von Becken Holding

Wie auf dieser Visualisierung soll der Wohnturm der Becken Holding in der City Nord einmal aussehen. Links davon das leerstehende Bürogebäude. Foto: Caruso St. John Architects / Filippo Bolognese Images

Neubau-Turm mit 180 Wohnungen in City Nord: Ist das alles ein schmutziger Deal?

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Das Bauunternehmen Becken Holding plant einen Wohnturm mit 180 Wohnungen in der City Nord, auch mit günstigen Mietwohnungen. Doch dass die freudige Nachricht gerade jetzt verkündet wird, hat einen Grund. Auf dem gleichen Grundstück befindet sich ein lange leerstehendes Bürogebäude, bei dem Dieter Becken und der Stadt von der CDU Mauschelei vorgeworfen wird.

Rund 60 Meter hoch wird der neue Wohnturm in der City Nord werden, sicherlich mit einer großartigen Aussicht in den oberen Geschossen. Auf dem Gelände am Überseering 40 sind bisher nur Parkplätze, die nicht gebraucht werden, weil das Bürogebäude daneben – ebenfalls im Besitz von Becken – schon lange leersteht. 35 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert realisiert werden. Im Erdgeschoss soll ein gemeinnütziges Bildungs- und Förderprojekt für hochbegabte Kinder und Jugendliche entstehen.

Dieter Becken baut Wohnungen in der City Nord

Laut Becken Holding wurde jetzt das Bebauungsplanverfahren vom Bezirksamt eingeleitet. Die weitere städtebauliche Entwicklung werde eng mit den Behörden abgestimmt. Jens Hogekamp, Geschäftsführer der Becken Development, sagt: „Die Realisierung des Wohnhochhauses unterstützt die Ziele der Stadt Hamburg und des Bezirks Hamburg Nord zur Schaffung von bedarfsgerechtem Wohnraum in gut erschlossenen innerstädtischen Lagen.“ Die Wohnungen liegen unmittelbar an der neuen U5-Haltestelle am Überseering.

Direkt neben dem geplanten Neubau am Überseering 40 steht seit Jahren ein Bürogebäude leer. Becken hatte es vor ziemlich genau fünf Jahren vom Gas- und Ölunternehmen Wintershall Dea erworben. Das Bürohaus mit neun Etagen und 550 Pkw-Stellplätzen (Baujahr 1977) ist Teil des Denkmalensembles City Nord. Die vielen Parkplätze hält man wegen der guten ÖPNV-Anbindung offenbar für überflüssig. Und tatsächlich ermöglicht das neue Baurecht auch, Wohnungen ohne den Nachweis von Parkplätzen zu bauen.

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Wie der NDR nun enthüllt, ist dieses Wintershall-Dea-Gebäude möglicherweise Teil des Elbtower-Deals von Becken. Denn nun ist im Gespräch, dass das Hygiene-Institut dort einziehen soll und den Leerstand damit beendet. Für das Hygiene-Institut war bisher aber ein Neubau im Gespräch, in die Planungen wurden laut CDU-Abgeordneten Thilo Kleibauer auch bereits sechs Millionen Euro Planungsgeld versenkt.

Dass nun laut NDR plötzlich vom rot-grünen Senat Bestandsgebäude in den Blick genommen werden, ist mindestens erstaunlich. Es könnte sich laut NDR um ein Paket-Geschäft handeln, das Becken im Zuge des Elbtower-Deals ausgehandelt hat. Auf MOPO-Nachfrage will sich der Hamburger Investor „nicht zu Marktgerüchten äußern“.

 

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