Neues Stadion in Hamburg

Platz für 60.000 Menschen: So könnte das neue Leichtathletik-Stadion im Volkspark einmal aussehen. Foto: moka-studio

Neues Stadion für Olympia: Braucht Hamburg das überhaupt?

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Für Olympische Spiele in Hamburg sollen laut Senat keine teuren Neubauten entstehen – zeitgleich liegen Pläne für eine Sportarena im Volkspark mit Platz für bis zu 60.000 Zuschauer auf dem Tisch. Die Kritik an dem Bauwerk reißt daher nicht ab. Auf Anfrage der Linksfraktion kam jetzt heraus, dass eine sogenannte Bedarfsanalyse, in der festgestellt wird, ob eine Arena überhaupt nötig wäre, bisher nie stattgefunden hat.

Direkt bei der Vorstellung des neuen Stadions warb Sportsenator Andy Grote (SPD) mit den Vorzügen, die das Bauwerk für die Bewerbung um Olympische Spiele haben soll. Leichtathletikwettkämpfe könnten hier ausgetragen werden. Erst im zweiten Teil ging es um den Einzug des HSV in die neue Sportstätte.

Seitdem debattiert die Stadt intensiv darüber, ob der HSV denn überhaupt ein neues Stadion braucht. Jetzt wollte es der Linken-Bürgerschaftsabgeordnete Martin Wolter genauer wissen. Er fragte beim Senat nach, ob, wie in solchen Fällen üblich, vorab eine Bedarfsanalyse stattgefunden hat.

Hamburg und Olympia: Neues Stadion sorgt für Debatten

In Gesprächen mit dem HSV seien „Überlegungen zu einer multifunktionalen Arena“ entwickelt worden, schreibt der Senat. Die Überlegungen seien noch nicht abgeschlossen. „Eine klassisch-empirische Bedarfsanalyse hat nicht stattgefunden.“ Das Ziel sei eine Arena, die höchste internationale Ansprüche, an Sport-, Unterhaltungs- und Kulturgroßveranstaltungen erfüllt.

Die Initiative „NOlympia“, die sich gegen eine Bewerbung Hamburgs um die Olympischen Spiele ausspricht, kritisiert dieses Vorgehen scharf. „Der Senat konstruiert einen Bedarf, den er nicht belegt. Für einen Neubau in diesen Dimensionen braucht es eine empirische, überprüfbare Bedarfsanalyse“, sagt Eckart Maudrich, Sprecher der Initiative.

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Das Volksparkstadion wurde zwar 1953 eröffnet, aber von 1998 bis 2000 – Tribüne für Tribüne – neu als Fußballstadion errichtet. Es verfügt über 57.000 Zuschauerplätze. Im Vorfeld der EM 2024 wurde das Stadion mit 30 Millionen Euro noch einmal umfassend modernisiert. „Es ist zu befürchten, dass in den 40er, spätestens in den 50er Jahren die Instandhaltungskosten die Kosten eines Neubaus deutlich übersteigen würden“, so die Einschätzung von HSV-Chef Eric Huwer.

Ob Hamburg sich überhaupt um Olympische Spiele bewirbt, ist derzeit noch unklar. Ende Mai dürfen die Hamburgerinnen und Hamburger darüber bei einem Referendum abstimmen. (abu)

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