Neues Polarlicht-Spektakel? Experte äußert sich zu Chancen
Eine Seltenheit: Polarlichter in Deutschland – Für viele ging gestern vor ihrer eigenen Haustür ein Traum in Erfüllung. Doch gibt eine eine zweite Chance für diejenigen, die diese Besonderheit verschlafen haben? Ein Astrophysiker äußert sich:
Nach dem Polarlicht-Spektakel über Deutschland stehen die Chancen auf direkte Wiederholung nicht gut. Für die kommende Nacht seien keine Polarlichter zu erwarten, sagte der Astrophysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen. Es sei kein weiterer Sonnensturm aufgetreten – weder zur Erde hin noch in eine andere Richtung. Für die darauffolgenden Nächte könne man noch nichts sagen.
Sonnensturm wird Intensität nicht halten
Dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum zufolge war der aktuelle geomagnetische Sturm am Mittag über Nordamerika noch in vollem Gange. „Allerdings kann es durchaus sein, dass die Aktivität bis zum Abend noch deutlich zurückgeht: dann könnte man nur im äußersten Norden oder womöglich gar keine Polarlichter mehr sehen.” Bothmer war überzeugt, dass die Intensität nicht hält. „Alle entscheidenden Werte fallen.”
Spektakel bis zu den Alpen
Über weiten Teilen Deutschlands waren in der Nacht Polarlichter zu sehen – wegen der Stärke des Sonnensturms dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge bis hinunter zu den Alpen. Der geomagnetische Sturm erreichte Montagabend die zweithöchste Stufe G4, wie die US-Atmosphärenbehörde „Noaa” berichtete. Möglich seien bei dieser Stärke unter anderem Auswirkungen auf Satelliten. So könne auch das GPS-System ausfallen. Nach ersten Erkenntnissen der „Esa” gab es keine Auswirkungen auf die Satelliten der europäischen Raumfahrtbehörde.
Smartphone als Hilfsmittel nutzen
Polarlichter entstehen infolge von Ausbrüchen auf der Sonne, bei denen elektrisch geladene Teilchen Richtung Erde geschleudert wurden. Zwar schirmt das Magnetfeld die Erdoberfläche vom größten Teil der Teilchen ab, bei besonders starkem Sonnenwind können die Teilchen aber bis in die Erdatmosphäre vordringen und dort Luftmoleküle zum Leuchten anregen.
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Je weiter im Norden oder im Süden auf der Erde, desto eher sieht man die Himmelserscheinung. Auf der Nordhalbkugel muss man nach Norden schauen, um Polarlichter zu erspähen. Wenn nichts oder kaum etwas zu sehen ist, kann es lohnen, eine Aufnahme mit dem Smartphone zu machen: Polarlichter wirken auf Handy-Fotos oft viel farbiger und kräftiger, weil Smartphones mit speziellen Nachtmodi und längerer Belichtungszeit arbeiten. (dpa/mp)
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