Neues Luxushotel im Ex-US-Konsulat – „dort sind schlimme Dinge passiert“
Schockverliebt sei er gewesen, als er das „Kleine Weiße Haus“ an der Alster erstmals gesehen habe, so der Münchner Investor Max Schlereth. Zum Kauf des Konsulats von der US-Regierung war es dann nur noch ein kurzer Schritt. Nun lud der 53-Jährige zum Ortstermin ans Alsterufer – und kündigte nicht nur ein prächtiges Boutique Hotel („The Jefferson“) an, sondern macht den Hamburgern auch ein Versprechen.
18 Häuser der feinen Kette „Living Hotels“ hat Schlereths Immobilien-Unternehmen Derag (gegründet 1951) bereits im Portfolio. Darunter auch historische Häuser wie das „Alte Stadthaus“ in Düsseldorf. Das „Jefferson“ soll nun die Krönung werden, doch bis es 2028/2029 so weit ist, gibt es noch einiges zu tun.
Nazis okkupierten die Luxusvillen
Das US-Konsulat bestand aus zwei Villen wohlhabender Kaufleute. Die Nazis okkupierten die Luxusimmobilien 1934, verbanden beide Häuser und brachten hier die NSDAP-Gauleitung unter.
Nach dem Krieg zogen erst die Briten ins „Gauhaus“ ein, 1951 kaufte die US-Regierung das Gebäude und eröffnete hier ihr Generalkonsulat. Sie errichtete einen schlichten Anbau hinter dem Altbau, in dem die Visa-Abteilung untergebracht wurde. Außerdem wurden Stuckdecken durch abgehängte Decken verdeckt.
Zwei Restaurants geplant
Nun will der neue Eigentümer zusammen mit dem Denkmalschutz den alten Glanz der Villen wiederherstellen. Abgerissen werden kann der Visa-Anbau an der Rückseite. Hier darf Investor Schlereth neu bauen und hier soll unter anderem der Wellnessbereich entstehen. Im Hauptgebäude wird es künftig zwei Restaurants geben. Das „St. Ribs“ soll dabei durchaus preiswert sein. Schlereth will so auch Anwohner und Spaziergänger ins neue Luxushotel locken. Der Investor: „Wir wollen ein Haus für alle Hamburger sein.“
Vermutlich 80 Zimmer soll es im „Jefferson“ geben, 28 davon davon im Altbau und viele davon mit herrlichem Alsterblick. Aus dem Arbeitszimmer des Generalkonsuls wird eine Suite. Und den Blick auf die Alster kann man künftig auch von zwei Terrassen des neuen Hotels aus genießen.
Architekten haben schon das „Fontenay“ entworfen
Für die Planungen ist das bekannte Hamburger Architektenbüro Störmer Murphy Partners zuständig. Das Büro hat auch das benachbarte Luxushotel „The Fontenay“ entworfen.
Noch rücken am Alsterufer keine Bautrupps an. Doch dafür laufen die Arbeiten vor dem ehemaligen Konsulat schon. Dort werden die Sicherheitszäune fallen und es entsteht endlich eine durchgehende breite Fahrradstraße am Alsterwanderweg.
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Doch über dem Luxusprojekt liegt auch ein dunkler Schatten und das ist natürlich die Nutzung durch die Nazis bis 1945. Zum Abschluss des Rundgangs führt uns Max Schlereth in einen kleinen fensterlosen Raum im Keller. Der Bauherr: „Dort sind schlimme Dinge passiert. Dort ist gefoltert worden.“ Der Investor will die braune Geschichte des Hauses nun gründlich aufarbeiten und eine Gedenkstätte schaffen. „Mit einer Plakette irgendwo an der Wand ist es nicht getan“, so Schlereth zur MOPO.