Neue Schule in Hamburg bekommt Zonen für Elterntaxis – doch es gibt einen Haken

Der Neubau des Schulcampus Struenseestraße schreitet voran.
Der Neubau des Schulcampus schreitet voran. 2026 sollen die drei Schulen einziehen.

Die Stadt betreibt viel Aufklärung, damit Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto zum Unterricht bringen. Trotzdem sind Elterntaxis Alltag vor vielen Schulen und damit auch eine Gefahr für Kinder. Der Bezirk Altona startet jetzt ein ungewöhnliches Pilotprojekt am Neubau der Schule Struenseestraße. Aber ob Eltern das auch wirklich nutzen? Es hat nämlich einen Haken.

Der Neubaukomplex an der S-Bahn Königstraße gehört zu den größten Schulbauten, die Hamburg derzeit plant. Auf dem Campus Struenseestraße werden in Zukunft rund 2200 Schülerinnen und -schüler und 250 Lehrkräfte von drei Schulen ihren Sitz haben: Die Grundschule „Ganztagsschule an der Elbe“, das „Struensee-Gymnasium“ und das „Deutsch-Französische Gymnasium“ ziehen 2026 auf das neue Gelände.

Schulcampus Struenseestraße: neue Haltezonen

Mit Bus und S-Bahn kommen die Kinder direkt zum Campus. Aber Halte-Möglichkeiten, um seine Kinder auf dem Weg zur Arbeit schnell rauszusetzen, gibt es rund um den Schulkomplex kaum. Im Gegenteil, wer in der Königstraße halten will, müsste das irregulär auf dem Radweg machen und würde Radfahrer gefährden. Oder die Bushaltestelle wird zum Halten genutzt und die Busse können nicht ranfahren.

Mörkenstraße, Halteverbotszone werktags, vor dem Ärztezentrum
Die Halteverbotszone vor dem Ärztezentrum in der Mörkenstraße wird für Eltern-Taxis erweitert und von 8 Uhr auf 8.30 Uhr verschoben.

Aus dem Einbahnstraßen-System rund um die Struenseestraße im Süden der Schule ist das Abliefern der Kinder auch nicht einfacher. Die kopfsteingepflasterte schmale Struenseestraße ist eine Einbahnstraße und wer da hält, behindert den nachfolgenden Verkehr und es würde sicherlich auch zu einer hohen Belastung der Anwohner führen, wenn dort die Elterntaxis kreisen.

Daher ist der Vorschlag der Bezirksplaner: Es werden extra drei Zonen rund um die Schule eingerichtet, in denen Elterntaxis kurz halten können, um die Kinder rauszulassen. Diese drei Zonen sind bewusst dezentral rund um die Schule angeordnet, je nachdem, aus welcher Richtung das Kind gebracht wird. Es muss dann auf jeden Fall noch einmal 170 bis 350 Meter zum Campus laufen. Das sehen sicherlich manche Eltern als massiven Haken.

Kirchenstraße Altona-Altstadt, Bushaltestelle Fischmarkt.
Die Bushaltestelle Fischmarkt (re.) in der Kirchenstraße wird nicht mehr für Busse gebraucht, sie wird zur Ladezone für Eltern-Taxis.

Diese „kiss and ride“-Zonen entstehen nach dem Planungsvorschlag des Bezirks in der Kirchenstraße (350 Meter Fußweg zur Schule), Breite Straße (170 Meter Fußweg) und Mörkenstraße (190 Meter Fußweg). Dafür fallen am Straßenrand teils Parkplätze weg. Die Zonen sind dann nur von 7.30 bis 8.30 Uhr für die Eltern-Taxis reserviert.

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Vom Haltepunkt an der Kirchenstraße aus müssen die Kinder keine weitere Straße auf dem Weg zur Schule überqueren. Von der Mörkenstraße aus ist es laut Bezirk nur die wenig befahrene Elmenhorststraße. Das sieht beim Haltepunkt Breite Straße etwas anders aus. Dort soll daher an der Schleestraße/Ecke Amundsenstraße eine Fußgängerquerung für die Schüler gebaut werden und die Gehwege werden verbreitert.

Kurioses Detail: Da es in der Straßenverkehrsordnung keine „kiss and ride“-Zonen gibt, werden die drei Bereiche als Ladezonen mit zeitlicher Beschränkung ausgewiesen. Die Kosten für den Bau der Bereiche belaufen sich laut Bezirksplanern auf 80.000 Euro.