Neue Regelungen zum Stadionverbot? Das sagt der Hamburger Polizeichef
Wer prügelt, bleibt draußen: Auf der Innenministerkonferenz sollen kommende Woche neue Regelungen für Fußballstadien besprochen werden, etwa zum Stadionverbot. Viele Fans haben Angst vor Überwachung und protestieren, doch der Hamburger Polizeipräsident verteidigt die möglichen Maßnahmen.
Auf der Innenministerkonferenz in Bremen sollen vom 3. bis 5. Dezember gemeinsam mit DFB und DFL neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien besprochen werden. Unter anderem geht es um zentral verfügte Stadionverbote, personalisierte Tickets und eine flächendeckende Überwachung.
Stadionverbot: Einheitliche Regelung für alle Stadien
Aktuell sei die Regelung je nach Bundesland und Stadion sehr unterschiedlich, weil die Verantwortung immer bei örtlichen Behörden liege: „Manche Vereine sprechen sehr viele Stadionverbote aus, andere – obwohl sie ebenfalls eine große und mitunter auffällige Fanszene haben – deutlich weniger“, sagt Polizeipräsident Falk Schnabel im Gespräch mit der MOPO.
„Das Ziel der Arbeitsgruppe, an der ich beteiligt bin, ist nicht, Tausende Fans zu überwachen, unter Generalverdacht zu stellen oder pauschal aus Stadien fernzuhalten“, so Schnabel. Stattdessen soll der Stadionbesuch mit den Maßnahmen vor allem für die vielen friedlichen Fans sicherer werden.
Polizeipräsident: Stadionbesuch soll sicherer werden
In der vergangenen Saison habe es in den oberen drei Ligen rund 1100 Verletzte gegeben, darunter 160 Polizisten, und 624 Unbeteiligte. Damit liege die Zahl der Verletzten zwar unter dem Niveau des Vorjahres, sei laut Polizei aber immer noch deutlich zu hoch.
Viele Fans stehen den Plänen sehr kritisch gegenüber und halten schärfere Maßnahmen für überflüssig. Am vergangenen Wochenende legten einige zum Protest zwölf Schweigeminuten zu Beginn des Spiels ein und hielten Plakate mit Aufschriften wie „Soll das die Zukunft des Fußballs sein?“ in die Höhe. Kritiker werfen der Politik vor, Zahlen zu verdrehen und Fußballfans direkt mit Gewalttätern gleichzusetzen.
Das könnte Sie auch interessieren: Erst gegrapscht, dann entblößt: Sexuelle Belästigung im Bahnhof Altona
Der Polizeipräsident erklärt: „Der allergrößte Teil der Fans – auch in den Kurven – ist friedlich.“ Es bereite ihnen nur eine sehr kleine Gruppe gewaltbereiter Personen Sorge. „Genau diese wollen wir aus den Stadien fernhalten, wenn sie im begründeten Verdacht stehen, schwere Straftaten begangen zu haben.“
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.