Nun also doch: Hamburg fällt 160 teils alte Bäume – für einen Radweg
Für die Radroute 10 von der alten Harburger Elbbrücke bis nach Neugraben sollen allein auf einem Teil-Abschnitt 160 teils alte, große Bäume gefällt werden! Diese Pläne waren im Frühjahr von der Politik noch gestoppt worden, doch jetzt kommen die Kettensägen doch zum Einsatz. Denn der Abschnitt ist zentral für eine wichtige Radroute. Es soll zwar einen Ausgleich geben – ob der kommt, ist jedoch fraglich.
Der Ausbau der Radroute 10 entlang der Bahngleise nördlich der B73 in Moorburg („Am Radeland“ zwischen „Moorburger Straße“ und „Moorburger Bogen“) lag seit dem Frühjahr auf Eis, denn die Bezirkspolitik wehrte sich auf Initiative der SPD gegen die Pläne der Verwaltung, dort für ein Stück der Radroute von Neugraben nach Harburg ein Baum-Massaker anzurichten. 160 teils alte, große Bäume müssen für den Ausbau der Strecke weichen.
Auf dem Straßenabschnitt Am Radeland war geplant, einen neuen, etwa vier Meter breiten Zwei-Richtungs-Radweg zu bauen. Anschließend sollten auch Fahrbahn, Parkplätze und Gehweg erneuert werden. Für diese Maßnahme müssen ein etwa elf Meter breiter Streifen von den vorhandenen Gewerbe- und Kleingartenflächen genutzt und eben zahlreiche Bäume gefällt werden.
Radroute 10 in Harburg: Alte Bäume müssen weg
Alternative Vorschläge aus der Politik, auf der Straße lieber Tempo 30 anzuordnen oder eine Fahrradstraße auf der Fahrbahn zu errichten, waren von der Verwaltung nun als nicht umsetzbar zurückgewiesen worden. Auch die Kosten wären laut Bezirk nicht geringer gewesen als bei der Errichtung eines neuen Radweges, für den Bäume gefällt und zunächst auch viele Grundstücksflächen erworben werden müssen.
Die Grünen haben nun die Planung erneut angestoßen und beantragt, für die Ersatzpflanzungen größere Bäume zu verwenden. Außerdem sollen mehr Bäume nachgepflanzt als gefällt werden. Eine durchgängige Beschattung erhöhe auch die Attraktivität der Radroute. Aber ob das wirklich passiert?
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Denn es ist noch längst nicht klar, dass überhaupt das Geld für die Pflanzung größerer Bäume vorhanden ist und es dazu kommt. Denn zunächst einmal muss die Verwaltung bei der zuständigen Umweltbehörde darum kämpfen, dass sie überhaupt das nötige Geld für die Pflanzung teurerer, größerer Bäume bekommt. Da es für den Grünen-Antrag aber bereits eine Mehrheit gab, wird die Radrouten-Planung in diesem Abschnitt auf jeden Fall fortgesetzt.
Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Michael Sander, sagt: „Wir bekommen so auf drei Kilometern eine sehr gute Infrastruktur für den Radverkehr. Es fehlt dann noch der östliche Anschluss von der Moorburger Straße bis zum Radschnellweg im Harburger Binnenhafen und im Westen die Verbindung am Heykenaubrook, damit die Radroute 10 durchgehend befahrbar wird.“
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