Harburg

Neue Promenade im Hafen im Check: Schick – aber mit einem Schönheitsfehler

Kurviger Uferweg neben moderner Wohnanlage mit Rasen, Bäumen und Zaun am Wasser
Viele neue Bäume, alle paar Meter eine Mülltonne und eine edle Lampe: Der neue Boulevard am Kanal im Harburger Binnenhafen ist sehr breit angelegt, die Grüninseln sind mit Kortenstahl und Natursteinen umrandet.

Die „kleine Hafencity“ südlich der Elbe wird für viel Geld richtig schick gemacht. Doch eine Sache fehlt.

„Harburger Brücken“ heißt die neue Promenade entlang eines der Kanäle im Binnenhafen. Sie ist gerade fertig geworden und ein wahrer Pracht-Boulevard. Die Stadt hat richtig viel Geld in die Hand genommen und einen Weg angelegt, der so breit daherkommt, als würden die Planer dort demnächst große flanierende Menschenmengen Richtung Harburger City erwarten. Vieles ist sehr schick geworden, doch eins fehlt massiv.

Immer mehr Menschen ziehen in die „kleine Hafencity“ südlich der Elbe, denn dort sind auf der Schlossinsel und drumrum in den vergangenen Jahren viele attraktive neue Wohnungen am Wasser entstanden. Am östlichen Bahnhofskanal wird gerade die letzte Baulücke geschlossen – und die neuen Mieter können beim Einzug bereits aus ihren Fenstern auf den prächtigen Boulevard blicken.

Promenade am Harburger Kanal erkunden

Bewohner und Touristen sollen hier Richtung Harburger Innenstadt und Bahnhof flanieren können – und lassen das Auto dafür dann hoffentlich stehen. Die Promenade ist allerdings großflächig versiegelt. Das Grün beschränkt sich überwiegend auf kleinere Pflanzinseln. Umrandet von edlem Kortenstahl und mit kleinen Natursteinen gesäumt.

Gepflasterter Platz mit jungen Bäumen, umgeben von modernen Gebäuden und Geländer
Die neue Hafenpromenade hat etliche Bereiche, die stark versiegelt sind – hier mit zwei Birken mitten auf dem Platz.

Noch fehlt es dort absolut an Schatten. Die Planer versprechen aber, dass die bisher noch kleinen, rund 90 bis 100 neu gepflanzten Bäume und Sträucher auf diesen kleinen Inseln trotz der massiven Versiegelung gut wachsen und einmal viel Schatten spenden werden. Das dürfte aber noch lange dauern. Momentan sorgt ein Gartendienst dafür, dass die Bäume auch anwachsen, indem ein Mitarbeiter alle Bäume und Sträucher per Hand bewässert.

Durch ein spezielles System im Boden soll Regenwasser künftig nicht mehr in die Kanalisation abfließen, sondern stattdessen den Wurzelraum der Bäume versorgen. Ein ehrgeiziges Ziel: Denn die Pflanz-Inseln liegen deutlich höher als der Boulevard (der auch noch bewusst abschüssig ist), und das Regenwasser fließt zunächst einmal zügig in die Siele.

Bänke, Leuchten, Mülleimer – alles vom Feinsten

Bei Mülleimern und Leuchten hat die Stadt sich auch nicht lumpen lassen: Es gibt sehr viele davon entlang der Promenade und sie sind einheitlich lackiert und vermitteln Hafenambiente. Außerdem wurden alte Teile der Hafenmauer pittoresk entlang des Weges platziert. Bänke sind leider sehr viel rarer gesät, es könnten definitiv mehr sein. Die paar, die es gibt, sind dafür aber umso edler in extra dickem Echtholz gehalten.

Der Grünzug ist das neueste Projekt im Binnenhafen. Vor Kurzem wurde ein neuer Aufenthaltsbereich am Kanalplatz eingeweiht. Auch der Treidelweg ist frisch saniert zum Flanieren und eine Aussichtsplattform am Dampfschiffsweg bietet eine schöne Übersicht mit Steg. Wer den Binnenhafen mit dem Kanu oder per Stand-up-Paddeling erkunden möchte, kann hier an Land gehen.

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