Neue Planung in Hamburg: Hier brauchen Sie keine Wärmepumpe!
Sollte ich künftig eine Wärmepumpe einbauen – oder kommt doch noch Fernwärme? Diese Frage dürfte viele Hausbesitzer umtreiben, schließlich verschlingt eine neue Heizung schnell mehrere Tausend Euro. Doch Hamburg will bis 2040 klimaneutral sein und die Wärmewende ist eine der wichtigsten Stellschrauben. Nun liefert die Stadt eine Art Wegweiser: Im Entwurf der kommunalen Wärmeplanung zeigt eine interaktive Karte, welche klimafreundliche Heizlösung in welchem Gebiet aus Sicht der Behörden künftig am sinnvollsten ist. Die wichtigste Botschaft: In vielen dicht bebauten Stadtteilen läuft es gerade nicht auf die Wärmepumpe für jedes einzelne Haus hinaus.
Stattdessen setzt Hamburg dort auf Wärmenetze. Auf der Karte zieht sich deshalb durch große Teile der inneren Stadt ein breiter Gürtel aus roten, orangen und gelblichen Flächen. Rot sind Gebiete, in denen es bereits ein ausgebautes Wärmenetz gibt. Dunkleres oder helleres Orange markiert Viertel, in denen die Behörde ein Wärmenetz empfiehlt und in denen mindestens ein Anbieter schon einen Ausbau vorgeschlagen hat – sogar mit einer Jahreszahl. Verbindlich ist das allerdings nicht. Gelblich sind Flächen, in denen die Stadt ein Wärmenetz ebenfalls empfiehlt, allerdings hat sich dort noch niemand gefunden, der das bauen will. Hier sollen Nachbarn sich zusammentun und aktiv werden.
Hamburg: So soll es nach der Wärmewende aussehen
Besonders hoch ist das Netz-Potenzial in der Innenstadt, in vielen inneren Quartieren von Altona, Eimsbüttel und Wandsbek, aber auch in dichter bebauten Teilen von Bergedorf, Harburg und Wilhelmsburg. Doch auch am Stadtrand tauchen immer wieder orange oder gelbliche Inseln auf, etwa rund um Bergedorf, Farmsen-Berne, Lohbrügge, Harburg oder Richtung Rahlstedt.
Blau markiert sind dagegen vor allem die äußeren, lockerer bebauten Gebiete. Dort empfiehlt die Stadt dezentrale Versorgung, also zum Beispiel Wärmepumpen.
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Für Eigentümer ist die Karte damit vor allem eine Orientierungshilfe. Sie zeigt, in welche Richtung die Stadt bei der klimafreundlichen Wärmeversorgung plant – und sie gibt einen Hinweis darauf, ob sich der Blick eher auf die eigene Wärmepumpe oder eher auf ein mögliches Netz richten sollte. Gerade für Hausbesitzer, die in den nächsten Jahren umrüsten müssen, dürfte das ein wichtiger Anhaltspunkt sein. Klar ist aber auch: In den orangen und gelben Gebieten bleibt offen, wann genau und durch wen ein Netz tatsächlich kommt.
Wärmeplanung: Hamburger können jetzt mitmachen
Noch handelt es sich bei der Planung um einen Entwurf. Bürger und Gewerbetreibende können noch bis Mitte April Hinweise dazu einreichen. Der finale Beschluss des Wärmeplans ist bis Ende Juni geplant. Das Wärmeplanungsgesetz des Bundes verpflichtet Kommunen, bis spätestens 2045 ein Zielbild für klimaneutrale Wärme zu entwickeln.
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Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) betont die Bedeutung der Wärmewende für den Klimaschutz: „Die Wärmewende ist zentral, um unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Aktuell entstehen rund die Hälfte des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in Hamburg durch die Wärmeversorgung.“ Noch würden „acht von zehn Heizungen mit fossilen Brennstoffen betrieben“.