Neue Pläne für riesiges Bauprojekt: Große Versprechen – aber nur kleine Änderungen
Rund 700 neue Wohnungen mit grünen Innenhöfen und ein See: Der Plan für das Landschaftsschutzgebiet Diekmoor in Langenhorn war von Anfang an umstritten. Die neue Koalition (SPD, CDU, FDP) in Hamburg-Nord kritisierte die Entwürfe und versprach „deutliche“ Anpassungen – jetzt steht ihr Plan. Von den großen Versprechen scheint auf den ersten Blick wenig übrig geblieben zu sein.
Genau einen von insgesamt acht großen Wohnblöcken im Diekmoor haben die Architekten aus der Planung entfernt. Dafür soll eine Fläche mit etwa zwölf großen Kleingärten bestehen bleiben.
Zusätzlich wird am U1-Bahndamm höher gebaut – bis zu sieben Geschosse sind geplant. So fallen von den ursprünglich angedachten 740 Wohnungen nur etwa 40 weg. Auf der Fläche der Kleingärten wird außerdem ein neues Vereinshaus geprüft, das aber deutlich kleiner werden soll als die bisher vorgesehenen Gebäude.
Diekmoor in Langenhorn: Scharfe Kritik an den Plänen
Als SPD, CDU, FDP und Volt im Herbst vergangenen Jahres versuchten, gemeinsam in Hamburg-Nord eine neue Koalition zu bilden, klang das noch deutlich anders: Von einer „erheblich flächenschonenderen Lösung“ war in einer gemeinsamen Presseerklärung die Rede. Mit den Entwürfen, „die überdimensionierte Gewerbeflächen ohne Bezug zu den örtlichen Bedarfen und unausgereifte Vorschläge zur Verkehrs- und Parksituation vorsehen, sei das nicht gelungen.“ Es bestehe „erheblicher Überarbeitungs- und Verbesserungsbedarf.“
Wenige Monate später war Volt aus den Verhandlungen ausgetreten, die übrigen Fraktionen taten sich zusammen. In ihrem Koalitionsvertrag für Hamburg-Nord beschlossen sie, dass die bestehende Planung „deutlich angepasst werden müsse, um den Flächenverbrauch zu verringern“.
SPD: „Ziemlicher Eingriff in die Planungen“
Einer von acht Wohnblöcken fällt weg – ist das nun die groß angekündigte Veränderung? „Tatsächlich ist es ein ziemlicher Eingriff in die Planungen“, sagt Martin Albers von der SPD-Fraktion im Bezirk Nord auf MOPO-Anfrage. „Wir haben uns auch angeschaut, ob die Pferdekoppel bebaut werden kann, aber wenn die Koppel bebaut wird, müsste man dafür an anderer Stelle wieder Grünflächen schaffen und dafür würden Kleingärten wegfallen.“
Diese Variante sei das Möglichste, was die Koalition in Hamburg-Nord tun kann, um im Rahmen der Weisungen des Senats zu bleiben. Der hat Ende April nämlich die 700 Wohnungen im Diekmoor in seinem Koalitionsvertrag für Hamburg festgeschrieben – daran muss sich der Bezirk halten.
Auf die Frage, ob es für manche Langenhorner Wähler enttäuschend sein könnte, wenn die angekündigte Veränderung ausbleibt, sagt Albers: „Wir hatten im Wahlprogramm immer gesagt, dass wir zum Diekmoor stehen und zu den ca. 700 Wohnungen.“ An den Dimensionen der Gewerbe- und Parkflächen soll sich übrigens trotz der scharfen Kritik im Herbst nichts ändern.
Kritik von Grünen, Linken und Initiative
Der Grünen-Fraktionschef in Hamburg-Nord, Timo Kranz, nennt das Ergebnis „dürftig“. Dazu muss man wissen: Ursprünglich waren die Planungen unter einem Grünen-Bezirkschef in der letzten Legislaturperiode angeschoben worden. „Man könnte sagen: Um eine Kleingärtnerin glücklich zu machen, werden drei wohnungssuchende Familien enttäuscht“, sagt Kranz.
Die Linke, die die Pläne im Landschaftsschutzgebiet direkt abgelehnt hatte, ist ebenfalls unzufrieden mit dem Ergebnis. „Es hätten Varianten mit weniger als 700 Wohneinheiten und in der Größe begrenzte freifinanzierte Wohnungen geprüft werden müssen“, sagt der Linken-Bürgerschaftsabgeordnete Marco Hosemann.
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Die Bürgerinitiative „Rettet das Diekmoor“ begrüßt zwar, dass es nun ein Baufeld weniger gibt, aber insgesamt hält sie das Projekt weiter für „überdimensioniert“. „Enttäuscht sind wir schon, weil FDP und CDU im Wahlkampf große Änderungen angekündigt hatten. Aber jetzt, da es im Koalitionsvertrag steht, war wohl nicht mehr drin“, sagt Michael Heering, Sprecher der Initiative.