Neue Fußgängerzone mitten in Hamburg eröffnet – bis dahin war es ein langer Weg
Auf einmal ging dann doch alles ganz schnell: Anfang des Jahres wurde mit den Umbauarbeiten begonnen, am Donnerstag wurde das neue Rathausquartier offiziell eingeweiht. Zentraler Bestandteil: eine neue Fußgängerzone in unmittelbarer Rathaus-Nähe. „Wir sind drei Monate vor Ende der geplanten Bauzeit fertig geworden“, freut sich Nicole Unger, Initiatorin des Business Improvement Districts (BID) Rathausquartier. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg.
Es hat sich einiges getan in unmittelbarer Sichtweite zum Rathaus: Helles Granitpflaster ziert die Kleine Johannisstraße und Teile der Schauenburger Straße in der Altstadt, zwischendrin Bäume, Bänke, Fahrradständer. Wohl wichtigster Punkt: Die Kleine Johannisstraße ist jetzt eine 110 Meter lange Fußgängerzone, auch Teile der Schauenburger Straße dürfen nur noch am Vormittag vom Lieferverkehr befahren werden.
Neue Fußgängerzone mitten in Hamburg: Sieben Millionen Euro investiert
In Zahlen: Aus 5800 Quadratmetern Fläche für Fußgänger:innen wurden 9100 Quadratmeter, statt 104 Fahrradstellplätzen gibt es jetzt 224, für Autofahrer:innen bleiben 45 Stellplätze (von zuvor 104), mehr als 20 neue Bäume wurden gepflanzt. Sieben Millionen Euro wurden insgesamt ausgegeben, um den zentralen Ort aufzuwerten – Grundeigentümer:innen und Stadt teilen sich die Kosten in etwa.
Das Projekt ist ein Teil des Kampfs gegen die Verödung der Innenstadt. Das Viertel soll lebendiger werden durch mehr Platz für die Außengastro, mehr Raum zum Verweilen, aber auch für Veranstaltungen: perspektivisch denkt man beispielsweise über Food-Festivals nach.
Hamburger Innenstadt: „Es war abgerockt hier“
Insgesamt hat alles ganz schön lange gedauert: 2017 habe man auf Anliegerseite erste Überlegungen angestellt, erzählt BID-Initiatorin Nicole Unger. „Es war abgerockt hier“, sagt sie, ein Schilderwald, „alles irgendwie Kraut und Rüben“.
Im Juli 2019 gab es auf Antrag der Bürgerinitiative „Altstadt für alle“ ein erstes Modellprojekt zum „fußgängerfreundlichen Rathausquartier“: Ursprünglich sollten acht Straßenzüge drei Monate lang autofrei werden, am Ende blieben nach langer politischer Diskussion zwei übrig: die Kleine Johannisstraße und ein Teil der Schauenburger Straße. Nach drei Test-Monaten zeigten sich die Organisator:innen zufrieden und meldeten Wiederholungsbedarf an.
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Das BID Rathausquartier befand sich da bereits in der Gründung: BIDs sind begrenzte Geschäftsgebiete mit dem Ziel, Quartiere in Eigenorganisation der anliegenden Grundeigentümer aufzuwerten. Vor der letzten Bürgerschaftswahl 2020 habe es grünes Licht für finanzielle Unterstützung aus dem Rathaus gegeben, berichtet BID-Initiatorin Unger.
Senatorin lobt „besondere Atmosphäre“
Ende 2021 dann der offizielle Zusammenschluss. 47 Eigentümer seien im BID Rathausquartier zusammengeschlossen, es sei eine gewaltige Leistung, mit denen alles abzusprechen. Gemeinsam gestalte man Raum, „für den eigentlich die Stadt Hamburg zuständig ist.“
Bei der Eröffnung des Quartiers am Donnerstag freute sich auch die Politik über das, was sich getan hat. Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) lobte die „besondere Atmosphäre“, sie hoffe, dass von diesem Ort ein Funke auf angrenzende Quartiere überspringe.