Bergedorfer Schloss

Das Bergedorfer Schloss ist umgeben von viel Grün und Wasser. Doch der Schlosspark hat ein Klo-Problem. Foto: Christian Ohde/dpa

Neue Attraktion, kein Klo: „Dann ist das bald so zugekackt wie der Schlosspark“

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Der Bezirk Bergedorf plant einen großen neuen Sport- und Bewegungspark mit Platz für Ballsport, Fitness und einer Liegewiese mit Bänken. Nur eins ist in den Planungen nicht enthalten: eine Toiletten-Anlage. Die Grünen in der Bezirksversammlung schimpfen: „Dann ist der Bewegungspark bald so zugekackt wie der Schlosspark heute.“

Der in die Jahre gekommene Fußballplatz am Ladenbeker Furtweg in Bergedorf-West soll zu einem Sport- und Bewegungspark namens „LaFu Sportpark“ entwickelt werden, der nicht mehr speziell für den Vereinssport, sondern für alle geöffnet ist. Nun wurde im Sportausschuss der aktuelle Planungsstand vorgestellt.

Neuer Sportpark Ladenbeker Furtweg in Bergedorf

Die Bergedorfer können sich über eine tolle Palette an Angeboten freuen: Dazu gehören laut Bezirksverwaltung Kleinspielfelder mit Fußballtoren, Basketballkörbe, Fitness- und Balancier-Geräte, Bodentrampoline, Tischtennisplatten sowie eine Boulebahn.


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Außerdem entsteht ein Rundkurs, der sich für Inliner und Kickroller eignet. Auf einer neuen Liegewiese mit Bäumen gibt es dann auch Bänke und Tische. Wer hier mehrere Stunden verbringen möchte, vielleicht auch etwas zu Essen mitbringt, der muss aber spätestens dann nach Hause düsen, wenn die Blase oder der Darm drücken. Denn die Planungen sehen keine öffentlichen Toiletten vor.

„In Hamburg haben wir ein strukturelles Problem mit öffentlichen Toiletten“, moniert Lenka Brodbeck, Vorsitzende der Grünen-Fraktion. „Seit Jahren setzt sich die Fraktion an verschiedenen Stellen dafür ein, dass der öffentliche Raum sauber bleibt. Wenn wir jetzt ohne Toilette planen, ist der nagelneue Bewegungspark bald so zugekackt wie der Schlosspark heute“, so Brodbeck.

Aus Vereinsfläche wird Spiel- und Sportplatz für alle

Bereits im April 2025 brachten die Grünen mit der „Oilette“ einen konkreten Vorschlag in die Bezirksversammlung ein. Diese abgespeckte, sehr günstige Toiletten-Lösung für Kinder funktioniert ohne Wasser, mit Tüten. Dabei wird über eine fest installierte Edelstahl-Brille einfach eine dort zur Verfügung gestellte Plastiktüte gestülpt und die wird nach dem Geschäft in den ebenfalls installierten Mülleimer geworfen.

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Der dort auf Ablehnung stieß. Brodbeck: „Das damalige Argument des SPD-Abgeordneten Momenzada, der fehlende Sichtschutz, ist mittlerweile entkräftet, da dieser nun verfügbar ist. „Das Bezirksamt hat jetzt die Möglichkeit, eine Oilette direkt zu Beginn der Planung einzubeziehen und als Pilotprojekt in Hamburg umzusetzen. Denn am Ende landet das Geschäft sowieso im öffentlichen Raum, wird aber nicht abgeholt“, macht Brodbeck deutlich.

Eine weitere Lösung, die die Grünen ins Spiel bringen, sind autarke Trockentoiletten, die ohne Wasseranschluss auskommen. Brodbeck erklärt: „Bochum macht vor, wie sich natürliche Bedürfnisse in jede Planung integrieren lassen. Ökologisch und ökonomisch günstige Wege können zu einer hamburgweiten Lösung führen.“

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