Hamburg

Altona-Nord

Neubau in Altona: Vermarkter stellt Mieten „bis 40 Euro pro Quadratmeter“ in Aussicht

Schnzn Apartment
In dieser Baulücke entstehen die neuen Apartments.

Mit Wohnungen lässt sich Geld verdienen. Viel Geld lässt sich mit möblierten Wohnungen verdienen. Das zeigt ein Projekt in Altona. Dort entsteht an der Oelkersallee ein Appartementhaus. Die Preise: extrem happig. Doch Unterlagen zeigen: Potenziellen Käufern der Luxusbuden werden auch gewaltige Mieteinnahmen in Aussicht gestellt – durch Umgehung der Mietpreisbremse. Stellt sich die Frage: Wer soll Preise von 40 Euro den Quadratmeter eigentlich bezahlen? Und wann stoppt der Staat diese Masche endlich?

Der zeitlos schlichte weiße Neubau entsteht in einer Baulücke in der Oelkersallee 9 bis 11 (Altona-Nord) und umfasst 20 Wohnungen. Es sind ausschließlich Eigentumswohnungen, die Anfang 2027 bezugsfertig sein sollen. Die Preise haben es in sich: Eine kleine „Stadtkoje“ mit einem Zimmer (35,7 Quadratmeter) kostet im zweiten Stock 409.000 Euro. Eine mittelgroße Wohnung (66 Quadratmeter) im Dachgeschoss liegt bei 745.000 Euro.

Möbliertes Wohnen in Altona: Hohe Preise möglich

Bei den Preisen wundert es nicht, dass die „Schnzn Apartments“ (der Name orientiert sich vermutlich an der nahegelegenen Schanze)überschaubare Größen haben, selbst das größte Penthouse liegt bei nur 83 Quadratmetern. Das Unternehmen Neubauteam, das die Wohnungen vermarktet, preist sie besonders bei Kapitalanlegern an und empfiehlt, sie dann möbliert zu vermieten. An potenzielle Käufer tritt die Firma mit solchen Formulierungen heran: „Die zu erwartende Nettokaltmiete liegt bei möblierter Vermietung bei ca. 35 bis 40 Euro pro Quadratmeter.“

Der Kniff ist altbekannt: Bei möblierten Buden gilt der Mietenspiegel nicht und es können deutlich höhere Einnahmen erzielt werden. Einen Ausstatter hat das Neubauteam bei solchen Käuferplänen auch gleich an der Hand. Käufer können die Ausstattung einfach mitbuchen. Ein Konzept, das offenbar sehr erfolgreich läuft und Anleger findet, die zwischen 300.000 und 800.000 Euro investieren wollen.

Auch Tiny Flats in Eimsbüttel mit möblierter Vermietung

So lobt etwa die Roscom Unternehmensgruppe, die die Tiny Flats in der Eimsbütteler Straße (Altona-Nord) gebaut hat, die Arbeit von Neubauteam. „Das zunächst als reiner Mietwohnungsbau geplante Projekt haben wir mithilfe von Neubauteam neu konzipiert.“ Wie? Ganz einfach durch die Möblierung der Wohnungen, die so für Kapitalanleger interessant geworden seien.

Im Klartext: Wenn bei selbstnutzenden Käufern das Geld nicht mehr so locker sitzt, lassen sich die Wohnungen immer noch gewinnbringend an Käufer veräußern, die mit der Vermietung Geld verdienen wollen. Ob deren Rechnung am Ende aufgeht oder sie auch Leerstände überbrücken müssen, weil es irgendwann zu viele überteuerte, möblierte Buden gibt, das wissen nur die Käufer. In Altona-Nord nahe der Schanze ist diese Gefahr sicherlich geringer als in anderen Quartieren.

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Um das Schlupfloch „möblierte Wohnungen“ zu schließen und auch andere ähnliche Tricksereien zu verhindern, haben Hamburg und Bremen vor zwei Jahren Gesetzesvorschläge im Bundesrat eingebracht. Darin ist vorgesehen, den monatlichen Möblierungszuschlag zu begrenzen. Vermieter müssten ihn zudem klar in der Miete ausweisen und er wäre dadurch auch anfechtbar.

Der Gesetzesentwurf verschwand während der Ampel-Koalition allerdings in der Schublade des FDP-geführten Justizministeriums. Mittlerweile hofft die Hamburger Bausenatorin Karen Pein (SPD), das Gesetz mit der neuen Justizministerin besser durchsetzen zu können, immerhin ist sie eine SPD-Genossin. Allerdings ist die CDU kein Freund dieses Gesetzes. Daher droht ein weiteres zähes Ringen und wenig Bewegung in der Sache.

Mit Wohnungen lässt sich Geld verdienen. Viel Geld lässt sich mit möblierten Wohnungen verdienen. Das zeigt ein Projekt in Altona. Dort entsteht an der Oelkersallee ein Appartementhaus. Die Preise: extrem happig. Doch Unterlagen zeigen: Potenziellen Käufern der Luxusbuden werden auch gewaltige Mieteinnahmen in Aussicht gestellt – durch Umgehung der Mietpreisbremse. Stellt sich die Frage: Wer soll Preise von 40 Euro den Quadratmeter eigentlich bezahlen? Und wann stoppt der Staat diese Masche endlich?