Naturschützer wollen Rodung von „wildem Wald“ per Eilantrag stoppen
Das Verwaltungsgericht Hamburg muss über einen Eilantrag des Naturschutzbunds Hamburg entscheiden: Der Nabu will Rodungsarbeiten auf dem Gebiet des „wilden Walds“ in Wilhelmsburg stoppen.
Seit Jahren gibt es Streit um eine seit der großen Flut 1962 brachliegende Fläche, auf der ein von seinen Verteidigern „wilder Wald“ getaufter Flecken Grün ungestört vor sich hin wächst. Nun befürchtet der Naturschutzbund Nabu, dass die Stadt Tatsachen schaffen will: Vor knapp zwei Wochen sei die Genehmigung für eine erste Teilrodung ergangen, am Montag habe es „bauvorbereitende Maßnahmen“ gegeben.
Nach Einschätzung der Naturschützer könnte schon am Dienstag mit der Rodung begonnen werden. Es geht nur um einen sehr kleinen Teil des insgesamt gut neun Hektar großen Areals in Wilhelmsburg, das zum Spreehafenviertel genannten Städtebauprojekt gehört. 790 Quadratmeter sind laut Nabu betroffen, „die die Stadt einem angrenzenden Bauunternehmen im Tausch gegen ein kleineres Stück ihres Firmengeländes angeboten hat“.
„Wilder Wald“: Nabu hofft auf Stopp der Rodung
Mit dem Eilantrag beim Verwaltungsgericht hofft der Nabu darauf, die Rodung zu stoppen – womöglich für mehr als nur ein paar Tage. Denn die Baumfällsaison endet am 28. Februar. Sollte es bis dahin keine Entscheidung geben, würde das die Pläne der Stadt um mindestens sechs Monate zurückwerfen.
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Malte Siegert, der Hamburger Nabu-Vorsitzende, nennt das Städtebauprojekt in Anbetracht der Klimakrise „unverantwortlich und unzeitgemäß“. Allein auf dem Gelände des „wilden Walds“ sollen rund 1100 Wohnungen entstehen. Insgesamt sollen in Wilhelmsburg in den kommenden Jahren mehr als 5000 neue Wohnungen gebaut werden.
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