Mahnmal mit einem Zelt auf dem Heidi-Kabel-Platz

Das Mahnmal gedenkt der obdachlosen Menschen, die im vergangenen Winter in Hamburg gestorben sind. Foto: CityNewsTV

„Namen sichtbar machen“: Mahnmal für verstorbene Obdachlose

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Der Winter beginnt – und besonders Nachtfrost kann für die rund 3800 Obdachlosen in Hamburg lebensbedrohlich werden. Ein besonderes Mahnmal machte am Samstag in der Innenstadt auf ihr Leid aufmerksam.

Ein Zelt steht mitten auf dem Heidi-Kabel-Platz (St. Georg), davor stehen mehr als 50 Kerzen und Namensschilder nebeneinander aufgereiht. „Wohnungen für alle!“ und „Brücken sind kein Zuhause“ ist auf Schildern im Hintergrund zu lesen.

Mindestens 47 Obdachlose im Winter 24/25 gestorben

Mindestens 47 obdachlose Menschen sind im vergangenen Winter in Hamburg erfroren oder an anderen Ursachen gestorben – 26 im Krankenhaus, 21 auf der Straße. Die „Lobbygruppe gegen Verdrängung und Diskriminierung“ hat ihnen am Samstagnachmittag mit einem Mahnmal gedacht.


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„Wir wollen ihre Namen sichtbar machen, ihre Geschichten nicht vergessen – und zugleich darauf aufmerksam machen, dass Obdachlosigkeit kein Naturereignis ist, sondern politisch produziert und vermeidbar“, schreibt die Gruppe in einem Beitrag auf Instagram. Außerdem sammelte die Gruppe während der Aktion Spenden für den Kältebus.

Kältebus ist wieder im Einsatz

Der Kältebus Hamburg ist seit November wieder im Einsatz: Jede Nacht von 19 bis 24 Uhr bringt das Team hilfsbedürftige obdachlose Menschen in die Notunterkünfte des städtischen Winternotprogramms. Dort gibt es rund 1000 Schlafplätze, die allerdings nur als nächtlicher „Erfrierungsschutz“ gedacht sind. Tagsüber müssen die Menschen die Unterkünfte verlassen.

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Nicht das einzige Problem aus Sicht der Betroffenen: Viele obdachlose Menschen hätten in den Unterkünften schlechte Erfahrungen gemacht und würden nicht wieder hinwollen, erklärt „Hinz & Kunzt“-Geschäftsführer Jörg Sturm im MOPO-Interview. Das Team vom Kältebus versorgt die Hilfsbedürftigen daher bei Bedarf auch auf der Straße mit Schlafsäcken, Isomatten und warmer Kleidung, damit sie sicher durch die Nacht kommen. (mp)

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