Nackter im Schaufenster und Tempel im Hinterhof: Diese Straße müssen Sie besuchen
Zwischen Laeiszhalle und Großneumarkt versteckt sich eine Straße, die unbedingt einen Besuch wert ist. Restaurierte historische Hausfassaden, individuelle Geschäfte, eine Galerie und sogar einen Tempel gibt es in der Poolstraße. Hier sind unsere Tipps für einen Straßenbummel.
Ein Raum für die Kunst
Eigentlich ist heute gar nicht geöffnet, aber Galerist Jürgen Laban ist vor Ort und freut sich immer über Besuch in seinem Art Room. Seit einem Jahr gibt es die Galerie, „Laban’s Art Room“ in der Poolstraße 20, die hauptsächlich Werke der iranischen Künstlerin Leila Nik zeigt. Floral, bunt, feminin – sehenswert! Regulär geöffnet ist mittwochs bis freitags von 13 bis 19 Uhr und samstags von 13 bis 18 Uhr.
Alles Handarbeit
Vorbei an der Leuchten- und Lampenschirmmanufaktur von Livia Reimers und der Goldschmiede Jonathan Johnson mit ausgefallenem Schmuck und mit einem extravaganten nackten Mann im Schaufenster führt der Weg zu Benjamin Klemann. An den Wänden seiner Werkstatt stapeln sich Leisten von 1600 Kunden. Die individuell angefertigten Schuhmodelle aus Holz sind die Basis für Maßschuhe, allesamt nummeriert und mit Namen versehen. Für einen Schuh nach Maß plus einmalig angefertigten Leisten muss man mindestens 4000 Euro bezahlen. Dafür halten die klassischen Meisterwerke dann auch 20 Jahre oder länger (Termine nach Absprache).
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Frankreich für Zuhause
Geschirr mit Hummer- und Fischmotiven, Tischdecken in grün, gelb und rosa, gemusterte Kissen, Kerzenständer, Pillendosen in Krokodilform: Einrichtungsgegenstände und Dekoartikel für Frankreich-Liebhaber hat Falk Pachulski in seinem „maison f“ kunstvoll arrangiert. Ein Laden zum Stöbern, Entdecken und Staunen. Schön bunt, schön mediterran. „Ich wollte einen Gegenpol zu dem in Hamburg vorherrschenden skandinavischen Look schaffen“, sagt er. Perfekt gelungen (geöffnet Mo bis Sa, 11. bis 18 Uhr).
Versteckter Tempel
Und dann ist da noch ein großes Stahltor, das die Einfahrt zu einem Hinterhof versperrt. Nur ein kleines Schild weist darauf hin, dass hier seit 1842 der erste Tempelbau liberaler deutscher Juden stand, der 1944 bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Heute ist nur noch eine Ruine erhalten, die langsam verfällt. Die Stadt Hamburg hat das Grundstück gekauft. Geplant ist schon seit Jahren, den Tempel zu sanieren und neu zu nutzen. Passiert ist wenig.
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Bücher für alle
Ein paar Schritte weiter, die Poolstraße heißt jetzt schon Kohlhöfen, steht ein massiver Gebäudekomplex: Hamburgs erste Bücherhalle. Unter dem Dach der Patriotischen Gesellschaft eröffnete die Volksbibliothek am 1. Oktober 1899 mit rund 6000 Bänden. Heute hat hier u.a. das Indische Generalkonsulat seinen Sitz.
Pause in der Sonne
Vor der Pasteleria Mococo, ebenfalls schon in der Straße Kohlhöfen zu finden, ist kaum ein Platz frei – hier scheint die Sonne zur Mittagszeit so schön und die Quiches oder die Croissants mit Ziegenkäse schmecken so gut. Kein Wunder, dass das kleine Café mit portugiesischen Spezialitäten bei allen beliebt ist, die es einmal entdeckt haben (Mo bis Sa 8.30 bis 16 Uhr).