Hamburg
Nachbarn beschwerten sich: Bistro-Betreiberin schmeißt hin
Wein, Kaffee und Events: Das „Piri Piri Casa“ in Eimsbüttel sollte eine portugiesische „Oase mitten in der Stadt“ sein. Doch nun ist Schluss.
Portugiesische Weine und Häppchen, dazu Keramik und Kunst: Das „Piri Piri Casa“ in Eimsbüttel ist eine Mischung aus Café, Bistro und Weinhandlung. Abends gibt es hier auch Events und Tastings. Doch nun verkündet die Inhaberin mit emotionalen Worten das Aus. Die MOPO hat mit ihr gesprochen.
„Unser portugiesisches Wohnzimmer gibt’s so nicht mehr!“ So verkündet Inhaberin Ana Gomes das Ende des „Piri Piri Casa“ im Eppendorfer Weg 85 (Eimsbüttel).
Beschwerden der Nachbarn: Portugiesisches Bistro in Eimsbüttel schließt
Wehmütig blickt sie zurück auf die Anfangszeit: Ihr Bruder und Vater haben für das Bistro alles selber gebaut – Boden, Wände, Tresen, Schränke. Jede Fliese sei von Hand ausgesucht worden. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat Gomes hier frische Säfte, Kaffee und Wein serviert. Zuletzt konzentrierten sie sich vorwiegend auf Wein-Tastings und Events. „Wir haben so viel reingesteckt – Herz, Zeit, Nerven.“ Aus einer leeren Fläche sei so „eine kleine Oase mitten in der Stadt“ entstanden.
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Auch die Gründe für das Aus benennt sie klar: „Teils lag's an mir. Entscheidungen, die ich heute anders treffen würde“. Anderes habe sie aber selbst nicht in der Hand gehabt: „Bei den Behörden hat es anfangs sehr lange gedauert. Der Weinladen war schon auf, aber ich hatte noch keine Schanklizenz“, sagt Ana Gomes zur MOPO.
Gastronomin in Eimsbüttel: „Anwohner rufen schon um 21.30 Uhr die Polizei“
Außerdem habe es nach jedem Event „ein paar Beschwerden mehr“ der Nachbarschaft gegeben. „Viele Anwohner fanden super, was wir gemacht haben. Aber einige haben sich schon um 21.30 Uhr über Lärm beschwert und die Polizei gerufen.“ Dabei habe Ana Gomes darauf geachtet, nur Events mit maximal 25 Personen zu veranstalten und nur bis 22 Uhr. „Die Häuser hier im Viertel sind natürlich alt und hellhörig“, sagt sie.
Auch die „Klinkerbar“ schloss am Eppendorfer Weg schon wegen Streitigkeiten mit den Nachbarn. Als Anwohner eine Petition gegen den Gastronomen Aaron Hasenpusch starteten, zog er die Notbremse.
In den Kommentaren unter Ana Gomes’ Instagram-Post wird diskutiert: „Ich wohne direkt um die Ecke über einem Restaurant und fand die Räume und das, was ihr dort geschaffen habt, richtig schön“, schreibt jemand. „Ich verstehe manchmal nicht, warum man mitten in Eimsbüttel wohnen möchte, sich dann aber die Ruhe vom Land wünscht. Wirklich schade.“
Ana Gomes betreibt auch weiterhin ihre Restaurants „Piri Piri“ im Schulterblatt 63 (Sternschanze) und das „Bom Bom“ im Lehmweg 35 (Hoheluft-Ost). Darauf wolle sie sich nun voll und ganz konzentrieren. Ihr Bistro in Eimsbüttel ist Geschichte: „Manchmal reicht Liebe für eine Idee einfach nicht.“
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