Ende der Streiks in Hamburg? Tarifeinigung bei der Hochbahn
Nach dem Streik am Wochenende und insgesamt acht Verhandlungsrunden haben sich die Hamburger Hochbahn und die Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Entgelt- und Manteltarifvertrag geeinigt. Nun müssen noch die beteiligten Gremien dem Ergebnis zustimmen.
Der neue Entgelttarifvertrag startet rückwirkend zum 1. Januar 2026 und hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Der Manteltarifvertrag wirkt ebenfalls rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 und endet nach 36 Monaten am 31. Dezember 2028. Das soll sich jetzt ändern:
Für den Entgelt-Tarifvertrag:
- Ab 1. Januar 2026: 3 Prozent, mindestens 130 Euro (Für den Fahrdienst ergibt das zwischen 3,66 und 3,97 Prozent mehr), Auszubildende und Dual Studierende erhalten zusätzlich 55 Euro
- Ab 1. Januar 2027: 2,4 Prozent, mindestens 110 Euro (ergibt im Fahrdienst ein Plus zwischen 2,99 und 3,23 Prozent), Auszubildende und Dual Studierende erhalten zusätzlich 55 Euro
Für den Mantel-Tarifvertrag:
- Deutschlandticket: 50 Prozent Kostenübernahme durch den Arbeitgeber
- Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent (eines Monatsgehaltes) bis 2032 in vier Schritten, für Auszubildende auf 1000 Euro in vier Schritten.
Außerdem:
- Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 110 Euro in zwei Schritten·
- Übernahme der Führerscheinkosten Klasse B in Höhe von 85 Prozent für Auszubildende bei betrieblichem Bedarf
- Erstmalig einen Tag Freistellung für ehrenamtliche Tätigkeit und weitere verbesserte Freistellungsregelungen
Hochbahn und Verdi einigen sich auf neuen Tarifvertrag
„In einer krisenhaften Zeit der Verunsicherung halten wir mit diesem Abschluss unser Wort: Die Hochbahn ist eine verantwortungsbewusste Arbeitgeberin, auf die sich unsere Mitarbeitenden verlassen können“, sagte Saskia Heidenberger, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der Hochbahn sowie Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite. „Wir sind dafür bis an die Grenze des finanziell Machbaren gegangen und haben nach sehr anspruchsvollen Verhandlungen gemeinsam einen guten Kompromiss gefunden.“
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Gabriel Arndt, Verdi-Verhandlungsführer und Gewerkschaftssekretär für Busse und Bahnen, sagte: „Diese Tarifrunde war für die Beschäftigten eine aufreibende Zeit. Es war ein langer Kampf, weil wir zunächst die vom Arbeitgeber angestrebte Minusrunde und viel zu lange Laufzeiten abwehren mussten.” Die hohe Streikbereitschaft der Kolleg*innen habe der Tarifkommission den Rücken gestärkt. „Heute haben wir nach zähen Verhandlungen einen Kompromiss gefunden. Nun entscheiden die ver.di-Mitglieder bei der Hochbahn über die Annahme“, so Arndt. (mp)
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