Nach Vorfall in Hamburg: So überleben Sie einen Sturz ins Bahngleis
Ein absolutes Horrorszenario: Am frühen Montagmorgen stürzte ein betrunkener Mann auf die Gleise an der Haltestelle Hammerbrook und wurde von einer S-Bahn überrollt. Er hatte riesiges Glück und wurde dabei nur leicht verletzt. Wie verhält man sich am besten, wenn man vor einem nahenden Zug aufs Gleis gerät? Eine wichtige Info gibt es auch für Zeugen, die so einen Vorfall beobachten.
Überwachungsaufnahmen zeigen, wie der 53-jährige Mann auf dem Bahnsteig torkelt und dann um 2.29 Uhr aufs Gleisbett stürzt. Dort blieb er regungslos liegen, bis er um 4.14 Uhr von einer einfahrenden S-Bahn überrollt wurde. Der Lokführer, der noch schnell eine Notbremsung eingeleitet hatte, stand anschließend unter Schock. Er wurde abgelöst und psychologisch betreut, wie es bei der Deutschen Bahn nach Unfällen mit Personenschäden der Standard ist.
An den U-Bahn-Haltestellen gibt es „Unterrollräume“
An einer Bahnstation aus Versehen ins Gleis zu fallen – oder noch schlimmer: geschubst zu werden – ist eine Horror-Vorstellung, mit der sich wohl jeder Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs schon einmal auseinandergesetzt hat.
Für den Fall gibt es unter anderem an den U-Bahn-Haltestellen laut Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum unterhalb der Bahnsteige Schutzräume, in die man sich zurückziehen kann. Diese werden auch „Unterrollräume“ genannt.
Noch wichtiger: „Jeder Bahnsteig ist mit einem Nothalt ausgestattet“, sagt er auf MOPO-Nachfrage. „Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe der Notrufsäulen. Sollte eine Person ins Gleisbett fallen, sollten Fahrgäste unmittelbar den Nothalt betätigen.“ Denn dann werden alle Signale auf „Rot“ gestellt, sodass kein Zug in die Haltestelle reinfahren oder sie verlassen kann.
Immer wieder Unfälle: Das rät die Hamburger Bundespolizei
Die S-Bahn will keine Auskunft erteilen, verweist stattdessen auf die Bundespolizei. Die wiederum will sich auf die Frage nach dem richtigen Verhalten im Falle eines Sturzes nicht konkret äußern, warnt stattdessen ganz allgemein vor leichtsinnigem Verhalten an Bahnsteigen. „Genug Abstand zur Bahnsteigkante halten, wenn die Bahn einfährt und nicht zu alkoholisiert auf den Bahnsteigen warten“, sagt ein Sprecher.
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„Leider kommt es durch alkoholisierte Personen, verbunden mit leichtsinnigem Verhalten an Bahnanlagen, immer wieder zu Unfällen.” Lokführer könnten eben nicht ausweichen und hätten einen langen Bremsweg. „Häufig gefährden sich Personen in den Gleisen durch ihr leichtsinniges Verhalten nicht nur selbst, sondern auch Reisende und Helfer.“