Sechs Monate nach tödlichem Rad-Unfall: Hamburger Kreuzung wird rot eingefärbt
Fast sechs Monate sind vergangen, seit eine 75-jährige Radfahrerin bei einem Unfall in Farmsen-Berne starb. Fahrradaktivisten kritisierten damals unter anderem die fehlende Rotfärbung auf der Kreuzung – am Sonntag wurde dies nun endlich nachgeholt.
Zusammenfassung:
- Die Fahrradspuren auf der Kreuzung Berner Allee/Berner Heerweg wurden jetzt in Rot markiert.
- Eine 75-jährige Radfahrerin starb hier nach einem Unfall mit einem Auto auf der Berner Allee.
- Der ADFC kritisierte fehlende Rotfärbung und unzureichende Ampelschaltung an Kreuzung.
Am Sonntagmittag rückte die beauftragte Firma an und färbte die einzelnen Fahrradspuren auf der Kreuzung Berner Allee/Berner Heerweg in Signalfarbe Rot. Fast sechs Monate hat es gedauert, seitdem der Bezirk Wandsbek versprochen hatte, diese Maßnahme prüfen zu lassen.
Unfall in Farmsen-Berne: 75-jährige Radfahrerin stirbt
Was war passiert? Am 12. September 2025 war eine 75-Jährige mit ihrem Fahrrad auf der Berner Allee unterwegs, wollte bei Grün die Kreuzung geradeaus in Richtung Berner Brücke überqueren. Zur gleichen Zeit bog eine 20-jährige Autofahrerin von der Berner Allee nach rechts ab, ebenfalls bei Grün. Es kam zum Zusammenstoß.
Die 75-Jährige stürzte mit dem Kopf auf den Asphalt. Sie kam ins Krankenhaus, verstarb allerdings drei Tage später an den Folgen einer Hirnblutung. Ihre Mutter sei eine Vielfahrerin gewesen, erzählte die Tochter der Verstorbenen im Gespräch mit der MOPO. Sie sei überall mit dem Fahrrad hingefahren und sehr umsichtig unterwegs gewesen. An dem Tag habe sie nur kurz Eis einkaufen wollen.
ADFC kritisierte Rad-Infrastruktur an der Kreuzung
Der Hamburger Fahrradclub ADFC hielt damals eine Mahnwache für die verstorbene 75-Jährige. Laut Vorstandsmitglied Thomas Lütke hätte der tödliche Unfall vielleicht verhindert werden können. „Die abgefahrene, fast unsichtbare Markierung der Fahrradfurt, die fehlende Rotfärbung sowie die auf den Kfz-Verkehr ausgelegte Ampelschaltung sind Ausdruck der autogerechten Stadt“, kritisierte er.
Meistens passiert erst nach einem Unfall etwas: Im Jahr 2021 wurde der Radweg in der Habichtstraße in Barmbek-Nord mit Rot überpinselt, nachdem ein Radfahrer dort von einem Lkw-Fahrer überrollt worden war. Nach dem tödlichen Radunfall am Baumwall im September 2024 zeichnete die Polizei die Baustellen-Markierung nach und stellte ein Extra-Schild auf. Der ADFC hatte diese Forderungen schon zuvor an die Polizei gerichtet. Ähnlich war es nach dem Tod der Radfahrerin 2023 in der HafenCity gewesen.
Elf Radfahrer starben 2025 auf Hamburgs Straßen
Insgesamt starben im Jahr 2025 elf Radfahrer im Hamburger Straßenverkehr, so viele wie schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Vergangene Woche appellierten Polizeivertreter unter anderem, freiwillig einen Helm zu tragen. Fahrradaktivisten sehen darin wiederum den völlig falschen Ansatz und ein „Versagen der Verkehrssicherheitsarbeit“ von Polizei und Senat. Bislang seien diese ihrem „Vision Zero“-Ziel, also null Verkehrstote, keinen Schritt näher gekommen.
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