Eisatzkräfte am Unfallort

Einsatzkräfte am Unfallort Foto: Sebastian Peters/NEWS5/dpa

Tödlicher Bus-Unfall: Nicht der erste Vorfall an diesem Bahnübergang

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Der tödliche Zusammenstoß zwischen einem Bus der Hamburger Hochbahn und einer Rangierlokomotive am vergangenen Freitag in Wilhelmsburg wirft ein Schlaglicht auf einen Bahnübergang mit Vorgeschichte.

In der Nippoldstraße war bei dem Unglück eine 19-jährige Frau ums Leben gekommen, sechs weitere Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer – darunter auch der Busfahrer, der nach ersten Angaben zeitweise in Lebensgefahr schwebte. Wie es genau zu dem Unfall kam, ist weiterhin unklar. Polizei und Hochbahn ermitteln, eine Befragung des Busfahrers war bislang noch nicht möglich.

Fest steht jedoch: Es war nicht der erste Unfall an diesem Bahnübergang. In den vergangenen Jahren kam es dort laut Polizei immer wieder zu Kollisionen zwischen Straßenfahrzeugen und Hafenloks, wie das „Abendblatt“ berichtete.

Zuletzt vier Unfälle am Bahnübergang registriert

So stieß im Februar 2023 eine Autofahrerin mit einer Lok zusammen und wurde dabei leicht verletzt, im Mai desselben Jahres kollidierte ein Sattelzug mit einer querenden Lok, auch hier erlitt der Fahrer leichte Verletzungen. Im Oktober 2024 kam es erneut zu einem Zusammenstoß zwischen einem Lkw und einer Lok, diesmal ohne Verletzte. Zuletzt krachte im Juli 2025 ein weiterer Sattelzug mit einer Hafenbahn zusammen, eine Person wurde leicht verletzt.

Nach Angaben der Polizei wurden zwischen Anfang 2021 und Ende 2025 insgesamt vier Unfälle an der Stelle registriert. Eine Unfallhäufungsstelle sei der Übergang damit formal nicht. Gleichzeitig räumt die Polizei ein, dass in allen bekannten Fällen die Missachtung des Rotlichts der Lichtzeichenanlage als Unfallursache festgestellt wurde. Schranken gibt es an dem Bahnübergang nicht.

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Arbeiter aus der Umgebung berichten laut „Abendblatt“ dennoch seit Längerem von gefährlichen Situationen. Mehrfach sei die Ampel nur sehr kurz auf Gelb und dann sofort auf Rot gesprungen, kurz darauf habe sich bereits die Lok genähert. Brenzlige Momente seien an der Tagesordnung, die Signale leicht zu übersehen. Ein Anwohner gab an, bereits mehrfach Hinweise über den städtischen „Meldemichel“ an die zuständige Hafenbehörde geschickt zu haben. Jedes Mal habe es geheißen, der Übergang sei sicher.

Die für den Bahnübergang zuständige Hamburg Port Authority äußert sich bislang nicht zu der Anzahl früherer Hinweise oder zu möglichen Sicherungsmaßnahmen. Solange die Ermittlungen laufen, wolle man keine weiteren Angaben machen. (rei)

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