Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?

Ja Nein
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Abmelden

Nach Todes-Sturz eines 88-Jährigen: Wie (un)sicher ist das Mundsburger Parkhaus?

mundsburg parkhaus pfeil

Aus dem vierten Stock des Mundsburger Parkhauses krachte der 88-Jährige mit seinem Wagen.

Foto:

Roeer

Ein älterer Mann fällt mit seinem Wagen aus einem Parkhaus in Mundsburg. Der 88-Jährige überlebt den Fall aus dem vierten Stockwerk nicht. Die Bilder des Unfalls sind schrecklich. Doch es ist nicht der erste Auto-Sturz in der „Hamburger Meile“. Wie (un)sicher ist das Parkhaus?

Bereits 2011 war eine 66-jährige Frau mit ihrem BMW aus der dritten Etage gekracht – und lag danach im Koma. Die Fahrerin hatte zuvor versehentlich den Vorwärtsgang beim Ausparken eingelegt und war mit Karacho durch die 80 Zentimeter hohe Betonmauer des Parkhauses geschossen. 

Nun ist ein 88-Jähriger tödlich verunglückt, weil er mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Betonmauer gerast ist. Auch dieses Mal hielt sie nicht stand. 

So beurteilt der ADAC die Sicherheit in Parkhäusern

Bereits 2011 beauftragte der Betreiber Contipark einen Gutachter, der das 1970 erbaute Parkhaus inspizieren sollte - offenbar hatte er nichts zu beanstanden. 

Auch der ADAC sagt: „Eine Parkhauswand muss kleinen Remplern standhalten, nicht aber einem Aufprall mit voller Wucht.“ Tatsächlich liegt die Norm für Absturzsicherungen in Parkhäusern bei lediglich 2,5 Tonnen bei zehn Kilometern pro Stunde, die eine Konstruktion aufhalten muss. 

Ein Sprecher des Automobilklubs betonte zudem, dass es aber auch Parkhäuser gebe, die über die Mindestanforderung hinausgehen würden. 

Wie die Sicherheitsstandards in dem von Contipark betriebenen Mundsburger Parkhaus sind, wollte das Unternehmen der MOPO zunächst nicht mitteilen. Auch was das Gutachten von 2011 ergab, wurde auf Anfrage nicht beantwortet. Ob das Unternehmen nun zusätzliche Maßnahmen ergreifen wird, ist noch ungewiss, es sollen erst einmal die Untersuchungen der Polizei und Fachleute abgewartet werden, hieß es in einer Antwort auf die MOPO-Anfrage. In der Stellungnahme zeigte sich die Firma „zutiefst betroffen und in Gedanken bei den Angehörigen“.

Derzeit wird ermittelt, wie es zu dem tödlichen Absturz kommen konnte. Möglich ist, dass der 88-Jährige vor dem Unfall einen Herzinfarkt erlitt und deshalb die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Der Leichnam wird aktuell in der Rechtsmedizin obduziert.