Nach O-Feuer-Aus: Bekannter Rapper übernimmt in der Schanze
56 Jahre lang wurden im „Olympischen Feuer“ (O-Feuer) Gyros und Tzatziki serviert, doch das vor allem bei St. Pauli-Fans beliebte Restaurant in der Schanze musste Ende September für immer die Türen schließen. Jetzt gibt es einen bekannten Nachfolger, der in der Hansestadt bereits mehrfach vertreten ist – am neuen Standort wird es allerdings eine Besonderheit geben.
Die Fenster sind mit blauen Planen zugeklebt, über dem Eingang erinnert noch der Schriftzug „Taverna“ an die kultige Institution am Schulterblatt 36. Anfang September hatten die Inhaber vom „Olympischen Feuer“ überraschend das Ende ihres Lokals verkündet.
„Loco Chicken“ ist der Nachfolger vom O-Feuer in der Schanze
Seit Kurzem hängt ein kleiner Zettel an der Tür, der Aufschluss über den Nachfolger gibt. Darauf zu sehen: das Logo der Marke „Loco Chicken“, ein Huhn in Jeansweste in einem gelben Kreis.
Gründer der Fast-Food-Marke, die auf frittiertes Hühnchen, Burger und Pommes setzt, ist der Rapper Luciano. Auf der Musikplattform Spotify hat der Berliner, der mit bürgerlichem Namen Patrick Großmann heißt, sieben Millionen monatliche Hörer.
Seine Marke „Loco Chicken“ gibt es seit 2023. Die erste Filiale eröffnete in Berlin, inzwischen gibt es auch in der Hansestadt mehrere Standorte, darunter in Rotherbaum, Bramfeld, Sasel und Langenhorn. In Hamburg hatten die Filialen bislang eines gemeinsam: Man konnte die frittierten Chicken Wings nur entweder online bestellen, zum Beispiel über Lieferando und die „Loco Chicken“-App, oder persönlich vor Ort abholen. Reguläre Sitzplätze gab es bislang noch keine.
Der neue Standort in der Schanze soll laut einer Sprecherin jetzt allerdings „ein richtiges Restaurant“ werden, inklusive Sitzmöglichkeiten. Eröffnen wird es „in jedem Fall noch in diesem Jahr“, ein genaues Datum nennt sie nicht. Betrieben wird das Unternehmen vom Start-up „Lanch“, das auch die Pizzakette „Happy Slice“ der Influencer „Trymacs“ und „Knossi“ mitentwickelte.
„Olympisches Feuer“ in der Schanze musste schließen
Als Gründe für die Schließung des „Olympischen Feuers“ hatten die Inhaber die Corona-Pandemie, Personalmangel, wirtschaftliche Belastungen und das Auslaufen des Mietvertrages genannt. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken wir zurück – voller Dankbarkeit. Dankbarkeit für unsere treuen Stammgäste, für die besondere Verbindung zu St. Pauli, für all die Begegnungen und Geschichten – und natürlich für euch: die Menschen, die diesen Ort über Jahrzehnte mit Leben gefüllt haben“, hieß es in einer Mitteilung.
Seit 1969 wurde das „Olympische Feuer“ über drei Generationen geführt, seit 2003 befand es sich am Schulterblatt. Es ist eins von mehreren langjährigen Institutionen, die die Schanze zuletzt verlassen mussten, darunter der Musikladen „Rothoff“ oder der Schreibwarenladen „Hansen“.