Nach Hickhack um Finanzierung: Einigung im Tierheim-Streit

Tierpflegerin mit Schäferhund
Immer mehr Fundtiere werden im Tierheim Süderstraße abgegeben – die Kapazitäten dort sind allerdings begrenzt.

Anfang März zog der Hamburger Tierschutzverein (HTV) die Reißleine: Der Verein, der das Tierheim Süderstraße betreibt, hatte den Vertrag mit der Stadt zum Ende des Jahres gekündigt und wollte keine Tiere mehr für die Stadt aufnehmen. Jetzt ist doch eine Einigung endlich in Sicht, der HTV bleibt Partner. Beim Tierheim ist man noch nicht restlos zufrieden.

Der Vertrag mit dem Senat sieht vor, Tiere aufzunehmen, die aufgrund gesetzlicher Verpflichtung oder behördlicher Entscheidung in staatliche Obhut genommen wurden. Zwei Millionen Euro bekommt der HTV von der Stadt dafür bisher im Jahr. Das deckt bei weitem nicht die Kosten von rund sechs Millionen Euro. Dabei ist der Tierheimbetrieb laut HTV zu 80 Prozent auf Tiere aus der Stadt konzentriert. Die Stadt profitiere also davon, dass der Betrieb mit Spendengeldern aufrechterhalten werde.

Tierheim kündigte im März Vertrag mit der Stadt

Die Konsequenz: Immer wieder müssen kurzfristige Aufnahmestopps im Tierheim verhängt werden, die Anlage ist teilweise marode, das Personal fehlt und der Platz ist knapp.

Die Entscheidung des Tierheims, den Vertrag Anfang März zu kündigen, kam laut eigener Aussage nicht plötzlich: Seit einem Jahr habe man mit der zuständigen Justizbehörde von Senatorin Anna Gallina (Grüne) darüber verhandelt, den Vertrag aufgrund der immer größer werdenden Kapazitätseingpässe anzupassen. Die Bilanz sei allerdings mehr als ernüchternd gewesen, so der Verein damals.

Einigen sich der Tierschutzverein und die Stadt Hamburg?

Jetzt scheint endlich Bewegung in die Sache zu kommen: Laut HTV-Sprecher Sven Fraaß habe der Verein von der Stadt inzwischen einen Vertrag „mit besserer Vergütung“, also mehr Geld, in Aussicht gestellt bekommen – bislang allerdings nur mündlich. „Leider haben aber weder die verwilderten Stadttauben noch die einheimischen Wildtiere Berücksichtigung in dem versprochenen neuen Vertrag gefunden, daher ist auf jeden Fall noch Luft nach oben“, sagt Fraaß.

Dennis Sulzmann, Sprecher der Justizbehörde, bestätigt die erfolgreichen Vertragsverhandlungen mit dem HTV. „Jetzt sind wir dabei, die entsprechende Drucksache zu erstellen“, kündigt er an. Auch er will noch keine konkreten Zahlen nennen oder ob ein neuer Standort beschlossen wurde. Bevor die genauen Ergebnisse präsentiert werden könnten, müsse sich erst noch der Senat mit dem Vertrag befassen.

Anfang März zog der Hamburger Tierschutzverein (HTV) die Reißleine: Der Verein, der das Tierheim Süderstraße betreibt, hatte den Vertrag mit der Stadt zum Ende des Jahres gekündigt und wollte keine Tiere mehr für die Stadt aufnehmen. Jetzt ist doch eine Einigung endlich in Sicht, der HTV bleibt Partner. Beim Tierheim ist man noch nicht restlos zufrieden.