Hamburg
Nach Gift-Sanierung: Wann wird diese beliebte Liegewiese endlich wieder freigegeben?
Es steckte Gift im Boden, bald ist die Sanierung abgeschlossen. Kann die Liegewiese an der Dove Elbe bald wieder genutzt werden?
An der Dove Elbe in der Sonne liegen – das ging jahrelang nicht, weil auf der beliebten Liegewiese an der Regattastrecke Gift im Boden entdeckt worden war. Die Sanierung ist bald abgeschlossen. Bevor die Fläche wieder freigegeben wird, muss noch etwas erledigt werden.
Schon während der Bewerbungsphase für die Olympischen Spiele 2016 war die Kontaminierung des Bodens mit giftigen Stoffen wie Arsen und Schwermetallen festgestellt worden. Wirklich überraschend war der Fund eigentlich nicht, denn in diesem Bereich der Dove Elbe befand sich früher das Spülfeld Tatenberger Deich, auf dem von 1968 bis 1971 belasteter Baggeraushub aus Bille und Alster abgeladen wurde.
Liegewiese an Dove Elbe in Tatenberg bald wieder nutzbar
Doch erst Jahre später entschied die Umweltbehörde, den Bereich nahe der Regattastrecke absperren und sanieren zu lassen. Dann scheiterte eine Ausschreibung und letztendlich wurde die Sanierung erst im März 2026 angegangen.
Aktuell sind die Arbeiten weit vorangeschritten. Der belastete Oberboden wurde bis zu einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern abgetragen. Darüber wird derzeit eine spezielle Sperrschicht aus Kunststofffolie eingebaut, die das Eindringen von Schadstoffen verhindert. Darauf wird eine Drainage für eine sichere Entwässerung verlegt. Anschließend wird eine neue Bodenschicht aufgebracht.
Die Arbeiten liegen im Zeitplan und sollen Ende August abgeschlossen sein. Danach wird die Fläche begrünt. Und damit das auch reibungslos funktioniert und der neue Rasen gut anwächst und durchwurzeln kann, darf der Bereich weiterhin nicht betreten werden und die Liegewiese ist leider erst im nächsten Sommer wieder nutzbar.
Neuer Boden kam per Schute nach Tatenberg
Damit der Schwerlastverkehr beim Abtransport des kontaminierten Bodens nicht über die schmalen Deichstraßen erfolgen muss, liegen Schuten an der Baustelle, die das Material auf dem Wasserweg abtransportieren. Auf die gleiche Weise wurde die frische Erde angeliefert, die sich bereits als hoher Sandberg neben der Wiese auftürmt. Durch die Schuten konnten rund 6000 Lkw-Fahrten vermieden werden.
Die Maßnahme kostet etwa 2,6 Millionen Euro und jährlich kommen 8000 Euro laufende Kosten für die Kontrolle hinzu – es soll sichergestellt werden, dass die Sanierung erfolgreich war und keine Schadstoffe aus tieferen Erdschichten nach oben gelangen.
Die bewachsenen Biotopflächen, die im Süden und Norden an die Wiese grenzen, werden nicht saniert. Dabei hätte der ganze Bewuchs entfernt werden müssen. Die beiden Bereiche werden stattdessen eingezäunt.
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