Mit dem Tauwetter kommen die Schlaglöcher – hier auf der Max-Brauer-Allee.

Mit dem Tauwetter kommen die Schlaglöcher – hier auf der Max-Brauer-Allee. Foto: Florian Quandt

Nach Frost und Tauwetter: Hamburgs Straßen brechen auf

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Erst Eis, dann Tauwetter – und plötzlich sind sie da: Auf Hamburgs Straßen brechen nach den extremen Frosttagen die ersten Asphaltdecken auf. Autofahrer und Radfahrer müssen sich auf altbekannte neue Gefahren einstellen.

Nach dem Winter-Ausnahmezustand mit Glätte, Schnee und zweistelligen Minusgraden zeigt sich jetzt eine altbekannte Folge: Schlaglöcher. Kaum steigen die Temperaturen, tauchen auf vielen Straßen erste Risse, Ausbrüche und richtige Krater im Asphalt auf.

Besonders tückisch: Viele Löcher sind mit Wasser gefüllt und auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Wie lange solche Schäden liegen bleiben können, zeigte sich schon vor rund zwei Jahren: Damals klafften noch im April auf mehreren Hauptstraßen bis zu zehn Zentimeter tiefe Löcher im Asphalt.

ADAC Hansa rät Auto- und Radfahrern zu Vorsicht wegen Schlaglöchern

Der ADAC Hansa erklärt auf MOPO-Anfrage, warum dieses Phänomen gerade jetzt auftritt. „Bei altem, sprödem Asphalt oder dürftig geflickten Straßen dringt Wasser in die Fahrbahndecke ein. Bei Minusgraden gefriert es, dehnt sich aus und hebt den Asphalt an“, so der Automobilclub. Taut das Eis wieder, entstehen Hohlräume unter der Oberfläche. Diese werden vor allem durch schwere Fahrzeuge eingedrückt, der Asphalt bricht auf und zerbröselt. Regen spült die Schäden weiter aus – aus kleinen Rissen werden schnell gefährliche Krater. Deshalb, so der ADAC, treten die meisten Schlaglöcher nicht mitten im Winter, sondern erst am Ende der Frostperiode auf.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Viele Schlaglöcher werden im Winter nur notdürftig mit Kaltasphalt geflickt. Das ist laut ADAC eine reine Übergangslösung. „Der Kaltasphalt erreicht selten eine dauerhafte Bindung mit dem Untergrund und kann bereits im Frühjahr wieder aufbrechen und ausfransen.“ Eine nachhaltige Reparatur sei nur möglich, wenn das beschädigte Straßenstück ausgefräst und mit heißem Asphalt neu aufgebaut werde – das sei allerdings deutlich aufwendiger und teurer.

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Der ADAC Hansa rät deshalb derzeit zu besonderer Vorsicht, angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit. Zudem können Verkehrsteilnehmer Straßenschäden über die kostenlose App „Läuft’s?“ melden, damit sie schneller an die zuständigen Behörden weitergegeben werden.

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