Hamburg

Nach ersten Tests: Weitere Hamburger U-Bahnhöfe werden mit KI überwacht

Mitarbeiter der Hochbahn-Wache kontrollieren im Hauptbahnhof einen Treppenbereich mit Diensthund.
Mitarbeiter der Hochbahn-Wache bei einer Kontrolle im Hauptbahnhof (Archivbild).

Im Dezember 2024 kündigte die Hochbahn an, künftig KI an U-Bahn-Haltestellen zu testen. Jetzt sind die ersten Ergebnisse da.

Die Hochbahn setzt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) für mehr Sicherheit an U-Bahn-Haltestellen fort. Nach Testläufen an den Stationen Barmbek, Baumwall und Berliner Tor wird das Pilotprojekt an weiteren Haltestellen ausgebaut.

Noch in diesem Jahr soll die neue Kameratechnologie zusätzlich an den Landungsbrücken erprobt werden, 2027 folgt der U-Bahnhof Hauptbahnhof Süd.

Jeder KI-Hinweis wird von Hochbahn-Mitarbeitern überprüft

Ziel der KI-gestützten Videoanalyse ist es, sicherheitsrelevante Situationen schneller zu erkennen und die Mitarbeitenden in der Leitstelle automatisch darauf hinzuweisen. Dazu zählen etwa Personen im Gleisbereich, regungslos liegende Menschen auf dem Bahnsteig, Gedränge oder tätliche Auseinandersetzungen. Jeder Hinweis der Software wird anschließend von Mitarbeitenden geprüft und bewertet.

„Bei 93 U-Bahn-Haltestellen und immer mehr Fahrgästen in den letzten Jahren ist klar: Die Anforderungen an Schutzkonzepte steigen“, sagt Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand und seit kurzem Sprecher der Hochbahn-Geschäftsführung.

KI-Test erfolgt laut Hochbahn im Einklang mit Datenschutz

Nach bisherigen Erkenntnissen bietet vor allem moderne Kameratechnologie in Kombination mit KI Vorteile gegenüber bestehenden Systemen. Die Tests erfolgen laut Hochbahn im Einklang mit den geltenden Datenschutzvorgaben und sind für Fahrgäste von außen nicht wahrnehmbar.

Lang zieht eine positive Zwischenbilanz: „Die KI-gestützte Videoanalyse bietet vielversprechende Möglichkeiten, sicherheitskritische Situationen frühzeitiger zu erkennen – das betriebliche Potenzial ist gegeben.“ Die Technik müsse jedoch weiter erprobt und in die Abläufe der Betriebszentrale integriert werden. Auch die KI selbst brauche weiteres Training, um unterschiedliche Vorfallszenarien zuverlässig zu erkennen.

Die KI ist Teil einer umfassenderen Sicherheitsstrategie im Hamburger Nahverkehr. Neben technischer Unterstützung sollen auch zusätzliche Sicherheitskräfte und weitere digitale Lösungen dazu beitragen, Busse und Bahnen sicherer zu machen. Klar ist aber auch: Menschliche Aufmerksamkeit soll nicht ersetzt werden. Die KI soll die Mitarbeitenden vielmehr unterstützen, damit sie im Ernstfall schneller reagieren können. (aba)

Kommentare öffnen