Nach endlosen Baustellen: So schick sieht der neue Jungfernstieg aus
Seit mehr als einem Jahr ist der Jungfernstieg ein einziges Gewirr aus Baustellen: Fußgänger verirren sich zwischen den endlosen rot-weißen Absperrzäunen und Radfahrer quetschen sich an den Bussen vorbei, die wiederum in Schrittgeschwindigkeit manövrieren. Doch langsam lichtet sich das Chaos.
Touristen, die sich den Jungfernstieg anschauen wollten, trafen in den vergangenen Monaten vor allem auf Baumaschinen und Arbeiter, die dort baggerten, gruben und Steine verlegten. Von der Seite der Geschäfte auf die andere Seite zur Binnenalster zu kommen, erwies sich für Fußgänger zudem als größere Herausforderung, viele hielten verzweifelt nach einem Durchgang Ausschau.
Jungfernstieg: Seit 2020 dürfen hier keine Autos mehr fahren
Fast fünf Jahre schon werkelt die Stadt insgesamt am Jungfernstieg: Seit 2020 dürfen Autos und Motorräder dort nicht mehr fahren, nur noch Busse, Taxis und Fahrräder sowie Lieferverkehr in Randzeiten. Es dauerte allerdings ein paar Jahre, bis die meisten Autofahrer das akzeptierten. Vor allem zu Beginn bogen viele einfach weiter wie zuvor vom Ballindamm auf den Jungfernstieg ab. Mit dem finalen Umbau des Prachtboulevards wurde Anfang 2024 begonnen. Er soll laut Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) zur „guten Stube der Innenstadt“ werden.
Inzwischen sind erste Fortschritte tatsächlich endlich zu erkennen: Die Seite an der Binnenalster wurde von den endlosen rot-weißen Absperrbaken befreit, hier ist für Fußgänger nun viel mehr Platz. Dazwischen wurden 13 Silberlinden neu gepflanzt, die für mehr Grün sorgen. Die beiden Fahrbahnen sind bereits seit Herbst vergangenen Jahres um etwa fünf Meter reduziert worden, sodass die Verkehrsteilnehmer noch jeweils 3,50 Meter zur Verfügung haben.
Ein paar letzte Arbeiten fehlen allerdings noch, darunter die geplanten Blumenkübel und die angekündigten Trampoline und Wasserspiele. Nach MOPO-Informationen soll der neue (alte) Jungfernstieg demnächst präsentiert werden. „Es soll einfach Spaß machen, hier Zeit zu verbringen“, so Tjarks. Dafür investierte die Stadt insgesamt 13,4 Millionen Euro. Übrigens: Auch die angrenzende Straße Neuer Jungfernstieg wird in einem eigenen Projekt komplett umgebaut.