Nach Einstieg von Drogerie-Riese: Neue Entwicklung beim Elbtower

Fast 100 Meter hoch ist der „Stummel“ des Elbtowers an den Elbbrücken.
Fast 100 Meter hoch ist der „Stummel“ des Elbtowers an den Elbbrücken.

Kurz vor Weihnachten wurde bekannt, dass unter anderem der bekannte Drogerie-Riese Rossmann beim Hamburger Elbtower-Konsortium einsteigen wollte. Doch dieser Schritt musste zunächst vom Bundeskartellamt geprüft werden. Jetzt gibt es eine Entscheidung.

Konkret wollten sich die folgenden fünf Firmen zusammentun, um den missglückten Elbtower des ehemaligen Immobilienmoguls René Benko weiterzubauen: Kühne Immobilia GmbH, Signal Iduna Hamburg Elbbrücken Beteiligungs GmbH, die Adolf Lupp GmbH + Co. KG, BDT Service2 GmbH sowie die Rossmann HafenCity GmbH.

Kartellamt gibt grünes Licht für Elbtower-Firmengemeinschaft

Doch bevor diese Firmen fusionieren durften, brauchte es eine Überprüfung beim Kartellamt: Das ist bei finanzstarken Partnern dieser Größe verpflichtend, um Monopole und marktbeherrschende Stellungen zu verhindern.

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Wie Sprecher Kay Weidner auf MOPO-Nachfrage mitteilte, hat das Bundeskartellamt dem Vorhaben jetzt grünes Licht gegeben. Es sei keine „erhebliche Einschränkung wirksamen Wettbewerbs“ oder die „Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung“ zu erwarten. Die betroffenen Firmen hätten auch nach dem Zusammenschluss nur „marginale“ Anteile auf dem Hamburger Markt für Gewerbeimmobilien.

Mit dieser Entscheidung hat der Elbtower eine weitere Hürde genommen, damit die Bauarbeiten nahe den Elbbrücken bald weitergehen können. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher setzt darauf, dass das Gebäude bis Ende 2029 fertig wird – inklusive Einzug des geplanten Naturkundemuseums. Der Elbtower sei dafür der ideale Standort, heißt es vom Senat, doch daran regt sich immer wieder Kritik: CDU und Linke fordern diesbezüglich eine komplette Akteneinsicht.

Firmen haben eine enge Beziehung zum Elbtower

Bis auf die Rossmann HafenCity GmbH haben alle Firmen des Konsortiums eine enge Beziehung zum Elbtower: Kühne Immobilia GmbH ist das Unternehmen des Milliardärs Klaus-Michael Kühne, der erheblich in René Benkos Signa, die ursprüngliche Bauherrin des Elbtowers, investiert hatte. Die Adolf Lupp GmbH errichtete den jetzt schon stehenden Rohbau des Gebäudes – bis die Signa nicht mehr zahlte und Lupp die Arbeiten im Oktober 2023 stoppte.

Der Hamburger Unternehmer Dieter Becken realisierte schon so manches Großprojekt.
Der Hamburger Unternehmer Dieter Becken realisierte schon so manches Großprojekt.

Die BDT Service2 GmbH wird dem Hamburger Immobilieninvestor Dieter Becken zugeschrieben, der exklusiv mit dem Insolvenzverwalter des Elbtowers verhandelte und bislang das öffentliche Gesicht des Konsortiums ist. Die Signal Iduna Elbbrücken Beteiligungs GmbH gehört zum Versicherungskonzern Signal Iduna, der ein großer Investor des ursprünglichen Bauprojekts an den Elbbrücken war.

Elbtower war Prestigeprojekt von René Benko

Der Elbtower am Rande der HafenCity war bis Oktober 2023 ein Prestigeprojekt des österreichischen Immobilieninvestors René Benko, dessen Signa-Firmen eine nach der anderen in die Insolvenz schlitterten. Den Elbtower in Hamburg ließ er halb fertig zurück.

René Benko verlässt nach der Urteilsverkündung das Landesgericht in Innsbruck.
René Benko verlässt nach der Urteilsverkündung das Landesgericht in Innsbruck.

Benko sitzt inzwischen in U-Haft und muss sich in Österreich vor Gericht verantworten. Er und seine Ehefrau sollen unter anderem Geld und Wertgegenstände versteckt und so dem Zugriff der Gläubiger entzogen haben. Das neue Konsortium will den Turm zu Ende bauen – allerdings nur bis zu einer Höhe von 199 statt wie geplant 245 Metern.

Kurz vor Weihnachten wurde bekannt, dass unter anderem der bekannte Drogerie-Riese Rossmann beim Hamburger Elbtower-Konsortium einsteigen wollte. Doch dieser Schritt musste zunächst vom Bundeskartellamt geprüft werden. Jetzt gibt es eine Entscheidung.