Nach der Überschwemmung: Neustart für Hamburger Kult-Griechen
Knapp zwei Meter hoch stand das Wasser im Keller des „Kalliopea“: Nach dem Starkregen im vergangenen Juni hat Gastronom Manolis Panajiotis Brandstäter sein beliebtes Restaurant in Barmbek-Nord komplett saniert. Mit der MOPO sprach der 44-Jährige über den Schock nach der Überschwemmung, über Komplikationen beim Umbau und neue Speisen auf der Karte.
„Das war wirklich der Wahnsinn“, erinnert sich Manolis Panajiotis Brandstäter. Bei dem Starkregen im Juni sei in den Toilettenräumen im Keller das Wasser hereingelaufen, durch eine Reinigungsklappe im Boden. „Etwa zwei Meter hoch stand das Wasser im Keller, die Treppe nach unten war fast komplett bedeckt. Der Druck des Wassers hat sogar die Türen aus den Zargen gebrochen.“
Starkregen: Griechisches Lokal „Kalliopea“ nach Umbau wieder geöffnet
In den warmen Monaten bediente Manolis Panajiotis Brandstäter die Gäste des „Kalliopea“ (Neue Wöhr 14) zunächst noch auf der Terrasse. „Drinnen waren die Trocknungsmaschinen einfach zu laut“, sagt er. Im September schloss er dann das Restaurant und begann damit, den Keller zu entkernen. „In diesem Zuge habe ich auch das komplette Restaurant renoviert. Das hatte ich ohnehin vor. Gott sei Dank hatte ich nicht vor dem Starkregen damit begonnen.“
Auch die Küche wurde neu gemacht, die Decken im Gastraum sind nun höher, auch neue Möbel sind eingezogen. „Ein griechischer Innenarchitekt hat mir geholfen“, sagt Brandstäter. Doch es habe auch Rückschläge gegeben: „Plötzlich hing die Decke der Küche durch, weil Wasser durch das Dach lief. Das mussten wir also auch noch flicken.“
Nur die Speisen seien gleich geblieben, einige Gerichte seien noch dazugekommen. Wie die gebratenen Black Tiger Garnelen, umhüllt mit Engelshaar und einer süß-scharfen Soße oder die mit Blätterteig ummantelten Feta-Sticks mit Koriander, Chili und Honig. „Das Klischee sagt ja, die griechische Küche besteht aus viel Fleisch, deftigem und fettigem Essen und Fusel-Wein. Aber das stimmt so gar nicht“, sagt Brandstäter. „Eigentlich ist die original griechische Küche sehr gesund. Es wird auch viel Vegetarisches und Veganes gegessen.“ Auch das Brot wird im „Kalliopea“ jeden Tag selbst gebacken. Seit zwei Wochen hat das Restaurant wieder geöffnet.
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Anfang 2024 hatte Manolis Panajiotis Brandstäter das Lokal seiner Eltern übernommen. Sie hatten es vor 22 Jahren eröffnet. „Mein Vater ist vor zwei Jahren verstorben. Meine Mutter war zuerst skeptisch, als sie jetzt die ganzen Veränderungen gesehen hat“, sagt er und lacht. „Aber es war an der Zeit, den Fokus auf die nachrückende Generation zu richten. Und unsere Gäste feiern die neue Einrichtung sehr.“