Nach Ärger um beliebtes Stadtteilfest: Veranstalter reagieren mit neuen Regeln
Mehr Mülleimer, mehr Toiletten, mehr Sicherheitspersonal: Nach Beschwerden über Vandalismus und Wildpinkeln setzen die Veranstalter des Eppendorfer Landstraßenfests in diesem Jahr auf neue Maßnahmen. Nun blicken sie mit Zuversicht auf das Fest Ende Mai.
Achtlos weggeworfener Müll sowie Gäste, die in Hauseingänge pinkelten – solche Szenen hatten im vergangenen Jahr Anwohner und Besucher verärgert. Das soll sich in diesem Jahr nicht wiederholen. Das Landstraßenfest findet am 30. und 31. Mai statt, veranstaltet von der „Bergmanngruppe“. Sprecherin Sabine Vogt hofft, dass diesmal wieder die Stände, Gastronomieangebote und Bühnen im Vordergrund stehen – und nicht die Probleme des vergangenen Jahres. Dafür wollen die Veranstalter einiges tun: mehr Security, mehr Mülleimer, mehr Toiletten.
Eppendorfer Landstraßenfest: Das ist neu in diesem Jahr
Die Veranstalter haben das Sicherheitspersonal deutlich aufgestockt: Zwölf zusätzliche Streifen sollen über das Fest patrouillieren – vor allem in den Bereichen rund um die Bühnen. Aber auch in den Seitenstraßen und außerhalb der eigentlichen Veranstaltungsfläche wie im Kellinghusenpark soll das Sicherheitspersonal im Einsatz sein – am Samstag sind bis zu 40 Einsatzkräfte vor Ort. Außerdem werden die Musikbereiche umpositioniert und entzerrt – das soll große Menschenansammlungen verhindern.
Um das Müllproblem zu bekämpfen, sollen zwölf zusätzliche Reinigungskräfte ab 16 Uhr im Einsatz sein – auch am Rand des Festes. Ein großes Problem waren im vergangenen Jahr neben Müll und Unrat auch mitgebrachte Flaschen. Nun wird die Zahl der Mülleimer verdoppelt und Glascontainer werden entsprechend gekennzeichnet. Auch Pfandflaschen sollen darin entsorgt werden.
Damit keine Besucher mehr in Büsche oder Hauseingänge pinkeln, stocken die Veranstalter auch die Anzahl der kostenlosen Toiletten auf. Rund 40 Mobiltoiletten und sieben WC-Container sowie zusätzliche Pissoirs sind über das Fest verteilt – etwa doppelt so viele wie zuvor. In diesem Jahr soll niemand mehr sagen können: „Ich habe keine Toilette oder keinen Mülleimer gefunden“, so Vogt.
„Rücksicht ist sexy“ lautet das Motto der Kampagne
Für ein gutes Miteinander und mehr Rücksicht werben die Veranstalter unter dem Motto „Rücksicht ist sexy“ auch in den sozialen Medien und mit Plakaten in den Seitenstraßen. Die Botschaft: Fürs Geschäft sollen Toiletten genutzt und der Müll nicht in Gärten entsorgt werden. Auch in diesem Jahr ist ein Awareness-Team vor Ort: Es soll die Gäste bei Belästigungen oder unangenehmen Situationen unterstützen. Mit all diesen Maßnahmen wollen die Veranstalter zu rücksichtsvollem Verhalten anregen. Dafür haben die Veranstalter in diesem Jahr zusätzlich 30.000 Euro in die Hand genommen.
Nach dem Ärger im vergangenen Jahr suchten die Veranstalter das Gespräch mit den Anwohnern, den zuständigen Behörden und Sicherheitskräften. Es sei wichtig, die Anwohner bei der Verbesserung des Festes einzubeziehen. Schließlich seien sie als Veranstalter nur „zu Gast” in der Nachbarschaft. Natürlich gäbe es Anwohner, die flüchteten, doch die Beteiligung aus dem Stadtteil sei groß: Der Flohmarkt am Samstag sei rasch ausgebucht gewesen. „Wir sind zuversichtlich“, sagt Vogt.
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Jedes Jahr Ende Mai verwandelt sich die Eppendorfer Landstraße in eine Festmeile. Gastronomen und Händler bieten lokale Speisen und Waren an, auf zwei Bühnen treten Künstler und Bands auf, Vereine und Initiativen aus dem Stadtteil stellen ihre Arbeit vor. Ob das neue Konzept aufgeht und das Fest für alle unbeschwert endet, zeigt sich Ende Mai.
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