Nach Absturz-Katastrophe: Wie hoch ist die Vogelschlag-Gefahr am Hamburger Flughafen?

Dass Flugzeuge mit Vögeln kollidieren, kann immer mal wieder vorkommen (Symbolbild).
Dass Flugzeuge mit Vögeln kollidieren, kann immer mal wieder vorkommen (Symbolbild).

Für das Flugzeugunglück in Südkorea, bei dem 179 Menschen ums Leben kamen, könnte die Kollision mit einem Vogelschwarm der Auslöser gewesen sein. Dass Vögel mit Flugzeugen zusammenstoßen, kommt auch am Hamburger Flughafen vor – hier gibt es jedoch ein natürliche Methode, um solche Vorfälle zu vermeiden.

Pro Jahr gibt es am Hamburger Flughafen etwa 90 sogenannte Vogelschläge – doch nur ein bis zwei davon haben Auswirkungen auf den Luftverkehr. Zur Einordnung: Allein im Jahr 2023 gab es am Hamburg Airport mehr als 120.000 Starts und Landungen. Ein Vogelschlag wird auch schon dokumentiert, wenn nur ein einziges Tier mit einem Flugzeug kollidiert ist.

Meistens handle es sich nach Angaben des Flughafens in Hamburg um Möwen, die bei stürmischem Wetter auf dem Gelände rasten. Außerdem werden Krähen, Tauben, Bussarde und Turmfalken immer wieder dort gesichtet. Die Vögel nutzen die Grünflächen am Hamburg Airport auch gern für die Nahrungssuche.

So oft kommt es in Deutschland zu Vogelschlag

In Deutschland liegt die Rate von Vogelschlägen insgesamt „deutlich unter zehn pro 10.000 Flugbewegungen, das ist im internationalen Vergleich ein sehr guter Wert“, ordnet Christian Hellberg, Chef des Deutschen Ausschusses zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL), die Zahlen im „Spiegel“ ein.

Bussard
Am Flughafen Hamburg sorgen Greifvögel wie dieser Wüstenbussard für Ordnung (Archivbild).

Zudem sei der Flughafen Muan in Südkorea wegen seiner Lage für Vogelschlag prädestiniert gewesen. „Er liegt umgeben von Wasser, in der Nähe eines Flussdeltas. Solche Wasserflächen sind oft der Lebensraum für schwere Vogelarten wie Gänse, Pelikane oder Enten“, so Hellberg.

Vogelschlag: Das tut der Hamburg Airport dagegen

Damit Vogelschläge möglichst selten vorkommen, ergreifen Flughäfen eine Reihe von Maßnahmen. So auch der Hamburg Airport: „Unter anderem setzen wir mit einem externen Falkner speziell trainierte Greifvögel ein“, sagt eine Sprecherin auf MOPO-Anfrage. „Sie vertreiben auf natürliche Weise Vögel, die für den Luftverkehr zur Gefahr werden können – nachhaltig und emissionsfrei. Mit dieser Methode war Hamburg Airport im Jahr 2012 Vorreiter und dient bis heute anderen deutschen Flughäfen als Vorbild.“

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Zusätzlich reduziert der Flughafen systematisch das vorhandene Nahrungsangebot für die Vögel und nutzt keine akkurat gemähten Flächen, um den Standort für die Tiere unattraktiv zu machen. Darüber hinaus werden die auf dem Flughafengelände lebenden Füchse möglichst nicht beeinträchtigt, weil sie Fressfeinde der Vögel sind.