Die Bergedorfer Liedertafel, einer der älteste Hamburger Vereine.

Nach 187 Jahren löst sich die Bergedorfer Liedertafel auf. (Archivbild) Foto: Hamburg-News

Nach 187 Jahren: Einer der ältesten Hamburger Vereine stirbt aus

kommentar icon
arrow down

Zur Mitgliederversammlung der Bergedorfer Liedertafel in der vergangenen Woche trafen sich nur noch neun Männer – alle im hohen Alter. Sie mussten eine bittere Entscheidung treffen: Einstimmig beschlossen sie die Auflösung der traditionsreichen Bergedorfer Liedertafel. Damit endet nach 187 Jahren die Geschichte eines angesehenen Männerchors.

Die Bergedorfer Liedertafel gehörte zu den ältesten Vereinen im Bezirk. Nach der Hamburger Liedertafel von 1823 waren die Bergedorfer der zweitälteste Männerchor der Stadt. Der Verein bestand noch nach altem Hamburgischem Recht – länger als die Bundesrepublik, das Kaiserreich und sogar der Deutsche Bund existierten.



Die Bergedorfer Liedertafel löst sich auf: Der Nachwuchs fehlt

Große Namen prägten den Chor: Albert Methfessel, Professor Otto Stöterau, Dr. Uwe Krämer und Helmut Wormsbächer leiteten ihn. Mitbegründer Rektor Ritter organisierte 1844 in Lübeck sogar die erste chorische Aufführung des „Lied der Deutschen“ – heute die Nationalhymne. Seitdem trat die Liedertafel regelmäßig auf öffentlichen Bühnen auf. 

Das könnte Sie auch interessieren: „Wir sind alle traurig“: Traditionslokal in Hamburg schließt nach 125 Jahren

In der Satzung heißt es: „Zur Erreichung des Zwecks hält sie regelmäßig Proben ab, veranstaltet Konzerte… und stellt sich bei allen möglichen Gelegenheiten ihr Singen in den Dienst der Öffentlichkeit.” Doch es fehlt an Sängern. Die Mitglieder sind alle weit über 80 Jahre alt. Eine Folge des gesellschaftlichen Wandels: Der klassische „Männergesang” hat in der heutigen Zeit kaum noch Fans. Nun wird der Verein offiziell abgewickelt. Seine historischen Schätze möchte die Bergedorfer Liedertafel dem Heimatarchiv im Bergedorfer Schloss übergeben. (mp)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test