Nach 13 Jahren Leerstand: Neue Pläne für Hamburger Geister-Kaserne

Die ehemalige Kaserne an der Notkestraße steht bereit seit Jahren leer.
Die ehemalige Kaserne an der Notkestraße steht bereits seit Jahren leer.

Aus der Ferne wirkt das markante Gebäude an der Notkestraße imposant, doch von Nahem fallen eher die abgeblätterte, gelbe Farbe und die mit Holzplatten verrammelten Fenster auf. Seit 13 Jahren schon steht die ehemalige Artillerie-Kaserne mit bewegter Geschichte in Bahrenfeld leer, das sorgte vor allem in der Bezirkspolitik immer wieder für Unmut. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache: Künftig soll hier vorwiegend eine bestimmte Gruppe wohnen.

Vor wenigen Tagen verkündete die Hamburger Finanzbehörde in einem Schreiben an die Bezirksversammlung Altona, dass jetzt eine offizielle Ausschreibung für die Immobilie an der Notkestraße 3-5 vorbereitet worden sei. Geplant ist, dort künftig Azubi-Wohnungen unterzubringen.

Bahrenfeld: Ehemalige Artillerie-Kaserne seht seit 13 Jahren leer

Das Gebäude hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich: Errichtet wurde die Kaserne zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914. Damals diente sie als Standort für Teile der Lauenburgischen Fußartillerie des Deutschen Heeres und war Teil der preußischen Militarisierung des Stadtteils. Nach Kriegsende ließen sich mehrere Unternehmen auf dem Gelände nieder, beispielsweise 1923 das Tabak-Unternehmen Reemtsma und die Schokoladenfabrik Gartmann.

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Von 1952 bis Anfang der 2010er Jahre nutzten unter anderem das Technische Hilfswerk und kurzzeitig auch der TÜV Nord das Gebäude. Doch seit 2012 stehen das 4100 Quadratmeter große Areal komplett leer. Im Jahr 2021 kaufte die Stadt Hamburg die Kaserne schließlich vom Bund ab, doch passiert ist dort bislang nichts.

Kaserne sollte in die Science City eingebunden werden

Ursprünglich war mal vorgesehen, die Immobilie in die Planungen der Science City einzubinden, doch das wurde wieder verworfen. Als nächste Idee, sollte die städtische Einrichtung „Fördern & Wohnen“ einspringen und dort dringend benötigten Wohnraum schaffen.

Anfang 2025 verkündete die Finanzbehörde allerdings, dass eine Sanierung zwar technisch möglich sei, für „Fördern und Wohnen“ allerdings nicht lohnen würde. Deshalb habe man Kontakt mit „Trägern für Azubi-Wohnen“ aufgenommen. Gefordert sei die Schaffung von kleinen Wohnungen oder WGs für Azubis und Studierende. Als Bedingung hieß es damals, das Erscheinungsbild der ehemaligen Kaserne zur Straße müsse erhalten bleiben. Kritik an dem ewigen Hin und Her kam damals unter anderem von der Altonaer Linken, Fraktionsvorsitzender Karsten Strasser bezeichnete den ewigen Leerstand des Gebäudes angesichts des Wohnungsmangels als „Politikum“.

Aktuell ist der städtische Landesbetrieb für Geoinformation und Vermessung noch dabei, den Verkehrswert der Immobilie zu ermitteln. Die von der Finanzbehörde vorbereitete Ausschreibung wird jetzt noch intern abgestimmt und anschließend auf der Internetseite des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen veröffentlicht. Interessierte Träger können sich dann darauf bewerben.