Hamburg 

Nach 120 Jahren: Kiez-Legende macht für immer dicht

Ute Bickeleit und Franz Stenzel im Friseursalon „Salon Harry“ auf der Reeperbahn.
Franz Stenzel (82) und Ute Bickeleit (63) schmeißen den „Salon Harry“ seit 1988.

Ein Stück St. Pauli verabschiedet sich für immer. Der bekannte Friseur „Salon Harry“ macht dicht.

Seit 1906 gibt es den Herren-Friseursalon „Harry“ an der Davidstraße auf St. Pauli – doch damit ist sehr bald Schluss. Nach genau 120 Jahren Firmengeschichte hängen Inhaber Franz Stenzel (82) und sein Team die Scheren und Rasierer an den Nagel. Nur noch die letzten Stammkunden werden in der Hamburger Institution bedient und verabschiedet.

Der Grund für das plötzliche Aus: Es fehlt ein Nachfolger. Zudem stelle sich auch der Vermieter des Ladenlokals quer, so Ute Bickeleit (63), Angestellte des Ladens und Partnerin des Inhabers. „Persönlich ist das wirklich sehr traurig“, sagt sie im Gespräch mit der MOPO.

Ein Haarsalon als Stammlokal 

Auch die Stammkunden seien von der Schließung tief bedrückt, so Bickeleit. Die familiäre Atmosphäre sei schon immer etwas ganz Besonderes gewesen. „Viele Kunden kommen schon seit mehr als 30 Jahren zu uns“, erklärt sie. „Der Laden ist wie ein Stammtisch, viele kommen, um zu quatschen und um ihre Sorgen loszuwerden.“

Inhaber Stenzel prägt den Salon auf dem Kiez schon fast ein halbes Jahrhundert lang: Als Angestellter fing er 1978 im Friseursalon an zu arbeiten. Zehn Jahre später übernahm er das Geschäft. Während seiner Zeit im Laden habe er vieles erlebt, wie er der MOPO berichtete. Mit der Schließung verabschiedet sich der 82-Jährige nun in den Ruhestand.

Lange bleibe jedoch nicht mehr für den Abschied: Bis zum 31. Juli müsse alles aus den Laden ausgeräumt sein. Wer die Räumlichkeiten übernehme, sei noch nicht bekannt.

Seit 1906 gibt es den Herren-Friseursalon „Harry“ an der Davidstraße auf St. Pauli – doch damit ist sehr bald Schluss. Nach genau 120 Jahren Firmengeschichte hängen Inhaber Franz Stenzel (82) und sein Team die Scheren und Rasierer an den Nagel. Nur noch die letzten Stammkunden werden in der Hamburger Institution bedient und verabschiedet.

Kommentare öffnen