Alte Dame in blauem Pulli vor Wandteppich

Ein Glückrezept: Singen. Susanne Kröger (79) ist eine der Alt-Stimmen im „Heaven can Wait“-Chor Foto: Miguel Ferraz

„Erlebe gerade eine der schönsten Phasen meines Lebens“: Die Glücksformeln der Alten

kommentar icon
arrow down

Das Glück, so sagen internationale Studien, verlaufe in U-Form: In der Jugend und im Alter steige es besonders an, unabhängig vom Reichtum des Heimatlandes. Was ist es, was den Ruhestand zu einer besonders zufriedenen Lebensphase macht? Wo man im Alter doch zunehmend mit Krankheit, Verlusten und Abschieden konfrontiert ist? Sechs Hamburger Seniorinnen und Senioren verraten ihre persönliche Glücksformel. Sechs sehr unterschiedliche Protokolle, die doch eines eint: Glück ist, etwas um die Ohren zu haben.

Hans-Helmut Poppendieck (77): „Die Natur macht mich glücklich“

Hans-Helmut Poppendiek war Kustos an der Hamburger Universität, Vorsitzender des Botanischen Vereins und hat mehrere botanische Wanderführer geschrieben. Hier hält er einen getrockneten „Scheiden-Goldstern“ Miguel Ferraz
Älterer Herr im grünen Pulli mit kleiner Pflanze
Hans-Helmut Poppendiek war Kustos an der Hamburger Universität, Vorsitzender des Botanischen Vereins und hat mehrere botanische Wanderführer geschrieben. Hier hält er einen getrockneten „Scheiden-Goldstern“

Hans-Helmut Poppendieck (77), Botaniker, seit zwölf Jahren im Ruhestand: „Meine Familie macht mich glücklich, meine Frau, die Töchter, die Enkel. Und die Natur spielt für mein Glück eine zentrale Rolle, und das schon seit früher Kindheit. Meine Mutter hat mir viel gezeigt, viele Pflanzennamen kannte ich schon als Junge. Später hat mich die Botanik immer stärker gepackt. Daraus ist nicht nur ein Beruf geworden, sondern etwas, das mein ganzes Leben begleitet hat. Bis heute erfüllt es mich, Pflanzen zu bestimmen, Kurse über Artenkenntnis zu geben, Prüfungen abzunehmen und andere für die Botanik zu begeistern. Dass ich das im Alter weiterführen kann, empfinde ich als großes Geschenk.

Seit ich im Ruhestand bin, erlebe ich eine sehr schöne Phase meines Lebens: Ich muss mich nicht mehr mit Verwaltung und all den Begleiterscheinungen des Berufsalltags quälen, sondern kann mich auf das Wesentliche beschränken: auf Pflanzen, auf Exkursionen, auf den Austausch mit anderen Menschen. Ich recherchiere natürlich im Internet, aber Social Media, das ist nicht meine Welt, ich nutze WhatsApp und das war’s. Ich sehe, dass junge Menschen es derzeit nicht leicht haben. Besonders junge Männer müssen erst mal ihre Rolle neu finden.

Das Glück besteht aus kleinen Momenten

Für mich persönlich sind kleine Momente beglückend, für die man offen bleiben muss: ein schöner Sonnenuntergang, eine Pflanze, die man an unerwarteter Stelle wiederfindet. Zuletzt habe ich für einen italienischen Kollegen den seltenen Scheidengoldstern in einem alten Eichenhain auf dem Gelände des Bundeswehrkrankenhauses eingesammelt. Auch Neues zu lernen ist toll: Ich habe mit 60 angefangen, Banjo zu lernen.

Wichtig fürs Glück ist auch der Kontakt mit anderen Menschen. Über viele Jahre waren der Botanische Verein, meine Kollegen und die vielen interessierten Menschen eine große Bereicherung. Ich würde schon sagen, dass die Glückskurve bei mir im Alter wieder nach oben gegangen ist, wobei auch vieles an der Gesundheit hängt. Ich hatte in den vergangenen Jahren einige Beschwerden, von Herzrhythmusstörungen bis zur Hüfte. Umso dankbarer bin ich, dass vieles gut verlaufen ist. Vielleicht ist das mein Blick aufs Alter: Es ist eine gute Zeit, wenn Gesundheit, Interesse und Neugier mitspielen – und wenn man das, was einem Freude macht, weiterhin tun kann.“

Susanne Kröger (79): „Singen trägt mich durchs Leben“

Susanne Kröger (79) singt als Alt-Stimme im Chor „Heaven Can Wait“ und ist dort als Vorstand tätig. Miguel Ferraz
Ältere Dame in blauem Pulli vor Bücherwand
Susanne Kröger (79) singt als Alt-Stimme im Chor „Heaven Can Wait“ und ist dort als Vorstand tätig.

Susanne Kröger (79), Erzieherin, seit 16 Jahren im Ruhestand: „Ganz wichtig war in meinem Leben immer die Musik. Eigentlich singe ich, solange ich denken kann. Schon als Kind saß ich im Baum und habe die Nachbarschaft mit meinem Gesang unterhalten. Heute singe ich im Kirchenchor und im „Heaven can Wait“-Chor, Altstimme. Inzwischen bin ich da sogar im Vorstand. Singen ist für mich viel mehr als ein Hobby: Es ist ein Lebensgefühl. Gerade in Krisenzeiten hat mich das Singen immer getragen. Wenn ich singe, wird etwas in mir ruhig.

Ich bin seit 2010 im Ruhestand. Damals konnte ich es mir leisten, mit 63 aufzuhören – auch das ist ein Glück. Ich musste nicht bis zum Umfallen arbeiten und ich muss mir als Rentnerin nichts dazuverdienen. Ich erlebe gerade eine sehr schöne Phase im Leben, ich habe aber auch das Glück, keine wirklich nervigen Alterskrankheiten zu haben. Eine neue Hüfte habe ich, aber auch das war toll zu erleben, wie schnell ich wieder beweglich war. Auch das empfinde ich als Privileg, dass wir hier so einen medizinischen Standard haben. 

Glück ist auch: ein abbezahltes Haus

Ich hab’ auch dieses Wahnsinnsglück, in dem Reihenhaus zu leben, in das wir 1971 jung verheiratet, mit kleinen Kindern eingezogen sind. Das ist inzwischen abbezahlt, ich habe also keine Sorgen wegen Miete, das ist ja viel wert heutzutage. Ich habe keine sehr üppige Rente als ehemalige Erzieherin. Mein Mann war auch kein Großverdiener, aber das Geld reicht. Ich muss keine Weltreise machen oder so was.

Mit Social Media habe ich nichts am Hut, weil ich merke: Es nervt mich und es lenkt mich ab. Bei meiner Vorstandsarbeit müsste ich eigentlich ein bisschen mehr machen, aber ich bin weder bei Instagram noch bei Facebook. Ich sehe es bei meinen Enkeln, wie viel Zeit sie damit verbringen. Meine eine Enkelin hat allerdings auch schon entschieden, dass sie weniger bei Social Media macht. 

Ich glaube, wir hatten es leichter in der Jugend. Ich hatte kein Abi, aber ich musste keine Angst haben, keine Lehrstelle oder sonst irgendwas zu bekommen. Ich hatte eine wunderbare, freie Kindheit auf dem Land, mit der Ostsee gleich nebenan. Das ist natürlich super. Dann gab’s eine Krise: Ich wurde sehr früh Mutter, aber auch das haben mein Mann und ich hinbekommen. Eigentlich kann ich sagen: Echte Katastrophen sind mir erspart geblieben.

Ich glaube, dass Glück im Ruhestand viel damit zu tun hat, ob man weiter Teil des Lebens bleibt. Und was das Allertollste am Ruhestand ist: Ich kann endlich ausschlafen! Jedenfalls, wenn ich keine Termine habe. Ich war mein Leben lang keine Frühaufsteherin – auf das Ausschlafen im Alter kann man sich wirklich freuen.“

Eva Burgdorf (70): „Mein Glaube ist eine wichtige Säule“

Kämpferische Feministin: Eva Burgdorf (70) ist glücklich mit ihren vier Kindern und ihrer Ehefrau. Miguel Ferraz
Grauhaarige Dame mit blauem Pulli vor Pflanzen
Kämpferische Feministin: Eva Burgdorf (70) ist glücklich mit ihren vier Kindern und ihrer Ehefrau.

Eva Burgdorf (70), Diakonin, seit sechs Jahren im Ruhestand: „Glücklich macht mich heute, dass ich selbstbestimmt leben kann. Ich bin nicht mehr erwerbstätig und kann im Ehrenamt all das machen, wofür ich mein Leben lang immer schon gebrannt habe, zum Beispiel mein feministisches Engagement. Ich bin in einer glücklichen Ehe, auch das macht mich glücklich. Ich habe vier Kinder, und die sind alle wohl ins Leben gekommen. Darauf bin ich stolz. Und ich habe vier Enkelkinder. Über diese heranwachsenden Menschen freue ich mich sehr, auch wenn ich keine Oma bin, die ständig auf die Enkel aufpasst, weil ich selbst so engagiert bin.

Für mich war das Leben nie diese U-Form des Glücks. Ich hatte eine anstrengende Kindheit und Jugend. Mit 17 bin ich ungewollt schwanger geworden und aus dem Elternhaus geschmissen worden. Als meine Tochter 1974 geboren wurde, war ich 18. Ich war ledig, unmündig, im Krankenhaus war das alles nicht einfach. Aber von da an habe ich immer wieder erlebt, dass ich Krisen bewältigen kann und dass daraus etwas Neues wächst. Das zieht sich durch mein ganzes Leben. Wo eine Tür zugeht, geht auch wieder eine auf. Das hat mir Mut gegeben, immer wieder neu anzufangen.

Glück: Nicht nur Kinder, sondern auch studieren

Mit 33 bin ich zum Arbeitsamt gegangen und habe gesagt: Ich möchte nicht nur Kinder haben, ich möchte auch einen Beruf. Ich hatte trotz Kind Abitur gemacht, vier Kinder bekommen, intensive Familienzeit gelebt, das Geld war knapp. Studieren schien eigentlich unmöglich. Aber ich habe durchgekämpft, dass am Lutherstift Falkenburg Hausfrau-Sein, Muttersein und Kindererziehen als berufliche Tätigkeit anerkannt wurden. 1989 war ich die erste Frau, bei der das so anerkannt wurde. Ich habe berufsbegleitend Religionspädagogik studiert, bin Diakonin geworden und habe später in der Kirche lange in der Organisationsentwicklung gearbeitet.

Mein Glaube trägt mich. Gerade in Krisen. Jesu Einzug in Jerusalem ist ja auch der Anfang eines Scheiterns, und doch wächst daraus etwas Großes. Diese Hoffnung gibt mir Kraft. Ich wurde oft gefragt, was mein Christinsein im Landesfrauenrat ausmacht. Ich glaube: Die Gleichberechtigung ist ein Fass ohne Boden, immer wieder gibt es dicke Bretter zu bohren. Aber genau daraus ziehe ich auch Kraft.

Ich habe mit 40 noch einmal meine Lebensform geändert. Ich komme aus einem sehr engen religiösen Elternhaus und habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass ich lesbisch bin. Heute bin ich glücklich mit meiner Frau verheiratet. Ich bin nun ich, mein Leben passt zu mir – und das macht mich glücklich.“

Hellen Nehmann (76): „Meine neue Liebe macht mich glücklich“

Hellen Nehmann liest in den Bücherhallen Kinder vor, ist im Vorstand des Lesewelt Hamburg e.V. – und hat einen neuen Lebenspartner gefunden. Miguel Ferraz
Dame in grünem Pullover in Bibliothek
Hellen Nehmann liest in den Bücherhallen Kinder vor, ist im Vorstand des Lesewelt Hamburg e.V. – und hat einen neuen Lebenspartner gefunden.

Hellen Nehmann (76), Sachbearbeiterin, seit 16 Jahren im Ruhestand: „Ich erlebe gerade eine der schönsten Phasen meines Lebens. Ganz wichtig für mein Glück ist eine neue Liebe, die ich nach dem Tod meines Mannes vor zehn Jahren gefunden habe. Mein Lebenspartner macht mich total glücklich. Wir kennen uns noch aus der Schulzeit und haben uns nach 50 Jahren wiedergetroffen. Da war gar nichts mit großem Herzklopfen, es war einfach klar, dass wir zusammenbleiben. Genau das hat mir in meinem Leben gefehlt: jemand, mit dem ich sprechen kann, der Konflikte bearbeiten kann, der Erfahrung hat. Diese neue Liebe im Alter macht mich wirklich glücklich. Meine Kinder haben sich auch sehr gefreut für mich.

Freundinnen als Säulen des Glücks

Und dann sind da die Dinge, die mich schon so lange begleiten. Ich lese Kindern vor, seit 25 Jahren. Ich bin Mitgründerin des Vereins Lesewelt Hamburg und heute die zweite Vorsitzende. Das Vorlesen bedeutet mir sehr viel. Ich war immer ehrenamtlich tätig, auch in der Kirche. Dazu kommen meine Freundinnen. Diese Frauengruppe habe ich seit über 50 Jahren, wir treffen uns jeden Dienstag. Unsere Männer haben damals Fußball gespielt, und wir haben irgendwann gesagt: ‚Was machen wir hier eigentlich? Wir können uns doch untereinander treffen.‘ Seitdem sind wir zusammen durchs Leben gegangen. Wir haben miteinander unsere Kinder großgezogen, uns durch Krisen getragen, durch Schwangerschaften, schlechte Schulnoten, Wechseljahre, all das. Das sind wirkliche Lebensbegleiterinnen.

Natürlich ist es gut, wenn man im Alter nicht jeden Pfennig umdrehen muss. Aber es liegt auch daran, welche Ansprüche man hat. Ich war eine ganz normale Angestellte, ich habe bei Siemens im Büro gearbeitet. Mit 60 bin ich in den Vorruhestand gegangen, weil sich unsere Abteilung auflöste. Aber da hatte ich längst andere Dinge, die mich tragen. Ich glaube, es macht glücklich, etwas zu geben, ohne gleich eine Gegenleistung zu erwarten.“


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Alarm, Dreck, Chaos: Feuerwehrmann über dramatische Zustände in Flüchtlingsunterkunft
  • Fahrschein, bitte: An welchen Bahnhöfen am häufigsten kontrolliert wird
  • Feuer-Drama: Welche Rolle eine Kloschüssel bei der Rettung einer Familie spielte
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche
  • 16 Seiten Sport: HSV-Juwel Baldé im Fokus & Sky-Kommentator über St. Paulis Abstiegskampf
  • 28 Seiten Plan 7: Eine Ausstellung wie „ein Tauchgang“ & ein aufwühlendes Stück an den Kammerspielen

Angelika Ohse (72): „Ich studiere mein Traumfach“

Angelika Ohse (72) war Softwareentwicklerin und macht heute begabten Arbeiterkindern Mut, zu studieren Miguel Ferraz
Frau mit schulterlangen grauen Haaren lächelt
Angelika Ohse (72) war Softwareentwicklerin und macht heute begabten Arbeiterkindern Mut, zu studieren

Angelika Ohse (72), Software-Entwicklerin, seit sieben Jahren im Ruhestand: „Ich finde schon, dass alte Menschen in unserer Gesellschaft geringgeschätzt werden. Wenn ich höre: „Das kann sogar meine Oma“, finde ich das grauenhaft. Bei Social Media war ich immer vorsichtig. Ich bin nicht bei Instagram und den anderen auch nicht. Solange ich berufstätig war, wollte ich nicht, dass mein Chef oder meine Chefin mich dort mit meiner politischen Meinung sieht. Ich war Softwareentwicklerin und gerade deshalb skeptisch. Social Media steckt einen schnell in Schubladen. Ich habe mich einmal bei Facebook mit meinem richtigen Alter angemeldet und bekam sofort Andrea Berg vorgeschlagen. Dabei höre ich gern Rockmusik.

Glücklich im Alter macht mich zuerst, dass ich relativ gesund bin. Das ist überhaupt die Voraussetzung. Nach dem Renteneintritt war ich erst unglücklich, weil ich meinen Beruf sehr mochte. Softwareentwicklung war spannend, abwechslungsreich, und ich hatte viel mit Menschen zu tun. Ich bin deshalb so spät wie möglich in Rente gegangen.

Glück ist: Arbeiterkindern Mut zu machen

Ich wollte aber nicht in ein Loch fallen und habe schon vorher zwei ehrenamtliche Aufgaben angefangen. Das eine sind die Frauenverbände. Im Landesfrauenrat bin ich inzwischen im Vorstand. Mehr Frauen in die MINT-Berufe zu bringen, ist mir wichtig. Das andere ist ArbeiterKind.de. Ich bin selbst ein Arbeiterkind. Viele Begabte wissen gar nicht, dass sie studieren könnten, oder trauen es sich nicht. Genau da unterstützen wir. Wir gehen in Schulen und machen Mut. Oft erzähle ich selbst, dass mir in der Softwareentwicklung kaum einsame Nerds begegnet sind, sondern dass dieser Beruf auch sehr gut für Frauen passt, die kommunikativ sind.

Ich habe nach 30 Jahren Pause mit dem Klavierspielen wieder angefangen und dann ist da noch meine Leidenschaft: Archäologie. Seit ich Rentnerin bin, mache ich an der Universität ein Kontaktstudium. Im Moment bin ich beim Alten Orient gelandet. Und seit zwei Jahren bin ich auch noch Oma, und das macht mich glücklicher, als ich erwartet habe.“

Johann Krieten (69): „Ich habe an einer Doku mitgewirkt“

Johann Krieten (69), Amtsrichter, seit zwei Jahren in Pension (Archivfoto von einer Scheckübergabe) Florian Quandt
Mann in rosa Hemd vor einem Holzhaus
Johann Krieten (69), Amtsrichter, seit zwei Jahren in Pension (Archivfoto von einer Scheckübergabe)

Johann Krieten (69), Amtsrichter, in Pension seit zwei Jahren: „Mein größtes Glück ist meine Familie: dass meine Frau und ich noch ein Paar sind und ein gutes Verhältnis zu unseren Kindern haben. Und dann meine Aufgaben. Aufgaben sind etwas anderes als Hobbys, die ich auch habe, etwa mein Hochbeet, aber meine Tätigkeit als Ermittlungsführer in Disziplinarverfahren ist eine Aufgabe, die ich sehr gerne wahrnehme. Da habe ich noch etwas mit Gesetzen und Gerechtigkeit zu tun.

Freunde treffen und bis in die Nacht reden

Ich kann mitten in der Woche Freunde treffen und bis in die Nacht über Musik reden, über unsere Kindheit und Politik, das wäre früher nicht möglich gewesen. Und ich habe bei einer tollen NDR-Dokumentation mitgewirkt: „Richter und Täter – Wiedersehen auf St. Pauli“, bei der ich frühere Jugendliche wiedergetroffen habe, die ich einmal verurteilt hatte. Der Film wurde sogar ausgezeichnet, das war eine sehr spannende neue Erfahrung.

Dass mein Glück U-förmig verlaufen ist, kann ich nicht sagen, meine Kindheit war eine dunkle Zeit, weil ich früh Vollwaise geworden bin. Auch in der Mitte des Lebens war nicht immer alles schön und leicht. Aber jetzt gerade, muss ich sagen, erlebe ich eine wunderbare Lebensphase. Es hilft natürlich, dass wir in einer beruhigenden wirtschaftlichen Situation leben, schön im Grünen. Und dass ich körperlich fit bin, auch wenn ich die Schubkarre nicht mehr ganz so voll lade. Auf meinen 70. Geburtstag demnächst freue ich mich: Wir feiern mit der ganzen Familie eine Woche lang in Dänemark.“

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test