Müllferkel werfen Möbel und mehr aus 8. Stock: Vonovia legt Kosten auf alle Mieter um
Mieter aus Steilshoop sind stinksauer: Seit Jahren laden einige Müllferkel ihre Sofas, Schränke, Lattenroste und volle Abfallsäcke einfach überall vor und hinter den Häusern ab. Sachen werden sogar aus Bequemlichkeit aus dem achten Stock heruntergeworfen. Die Hausverwaltungen haben alle Hände voll zu tun, um die Müllflut in den Griff zu bekommen. Besonders ungerecht: Die enormen Kosten, die bei der Entsorgung entstehen, werden etwa von Vonovia in den Nebenkosten-Abrechnungen auf alle Mieter umgelegt. Der CDU-Abgeordnete Sandro Kappe fordert ein hartes Durchgreifen.
„Steilshoop leidet seit Jahren massiv unter illegal abgestelltem Sperrmüll. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Müllberge vor Wohnanlagen, auf Grünflächen oder an Straßenrändern“, schildert der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe. Er wohnt selbst in Steilshoop, hat sein Büro dort und sieht die Lage täglich mit eigenen Augen.
„Manche Leute sind zu faul, den Sperrmüll selbst wegzubringen oder abholen zu lassen. Und am Ende müssen alle es bezahlen“, schildert er. Er habe selbst einmal gesehen, wie Müll aus dem achten Stock geworfen worden sei.
Müllferkel Steilshoop: Vonovia legt Kosten auf Mieter um
So landen ganze Sofa-Landschaften auf den Höfen der Wohnhäuser, etwa am Fritz-Flinte-Ring. Klappbetten werden bei Nacht und Nebel neben die Container gestellt und zerlegte Schränke in Hausecken an die Wand gelehnt. Auch die Restmüll-Container und die Container für den Gelben Sack sind oft völlig überfüllt – weil der Müll nicht sachgerecht getrennt wird.

Hausmeister und Wohnungsverwaltungen kostet das viel Zeit, Geduld und Geld. Und diese Kosten können in der Regel den Müllferkeln nicht in Rechnung gestellt werden, weil sie nicht bekannt sind. Deshalb werden alle Mieter der Anlage schließlich jedes Jahr belangt. Und zwar in den Nebenkosten-Abrechnungen.
Stadtreinigung: Steilshoop hat „dauerhaft hohen Reinigungsaufwand“
Der MOPO liegt eine Abrechnung von Vonovia-Nebenkosten vor, in der für den Sperrmüll Kosten in Höhe von 13.000 Euro aufgelistet sind. Der unbeteiligte Mieter, der nach eigener Aussage keinerlei Sperrmüll verursacht hat, soll für seine kleine Wohnung (60 m²) anteilig 60 Euro von dieser Summe übernehmen. Auch im Jahr davor war er belangt worden, da waren es „nur“ 27 Euro.
Das gleiche gilt für die Müllabfuhr: Auch da fallen jedes Jahr zusätzliche Kosten an, weil die Tonnen nicht reichen und etliche Säcke daneben liegen.
Vonovia: Sperrmüllaufkommen um fast 50 Prozent gestiegen
Bei Vonovia wird der Negativtrend bei den Müllbergen bestätigt. „Wir konnten feststellen, dass sich das Sperrmüllaufkommen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr in unserem Quartier in Steilshoop um fast 50 Prozent gesteigert hat“, sagt Vonovia-Sprecherin Caroline Sorgenicht. Es werde auch versucht, die Verursacher zu ermitteln und direkt zum Entsorgen zu bewegen. „Sonst entsorgen wir und sie müssen zahlen.“
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Von der Stadtreinigung heißt es auf MOPO-Nachfrage, dass das Gebiet Steilshoop „dauerhaft mit hohem Reinigungsaufwand zu beschreiben“ sei. „Wir haben vier Mitarbeitende der Waste Watcher im Hamburger Osten“, so Sprecherin Anna-Maria Jeske. „Steilshoop wird im Schnitt zweimal die Woche von ihnen bestreift.“
Dreier-Team von Montag bis Freitag im Einsatz
Zusätzlich ist dort ein Team aus drei Kolleg:innen von Montag bis Freitag im Einsatz. Und am Bramfelder See, der in Teilen an Steilshoop grenzt, reinigt ein weiteres Team zweimal wöchentlich. Dort sei außerdem ein Kümmerer zweimal wöchentlich im Einsatz.
Da selbst viele Informationskampagnen der Wohnungsverwaltungen nicht gefruchtet haben, fordert Kappe nun ein härteres Durchgreifen. „Wir brauchen stärkere Kontrollen gegen illegale Sperrmüll-Ablagerung“, sagt er und fordert, dass dafür aber auch das Personal zur Verfügung gestellt werden müsse. Zudem fordert er kostenlose Sperrmüll-Tage, wie es sie bereits zweimal im Phoenix-Viertel in Harburg gab.
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